Description
Dass ein Text spannend zu sein habe, ist sicherlich die populärste Forderung, die gegenüber der Literatur erhoben wird. Dabei ist literarische Spannung ein hochstilisierter Mangelzustand: Jeder Präsenzmoment ist, was er ist, durch die Anwartschaft auf eine unbekannte Zukunft. Durch diesen, alle Handlungsstationen durchstrukturierenden, sich im laufenden Prozess schließenden Verweiszusammenhang ist ein Spannungstext zugleich ,Text des Lebens'. Er stellt in konzentrierter Form einen Aspekt der Zeitlichkeit dar, die unsere eigene Existenz bestimmt. Der vorliegende Sammelband sondiert an verschiedenen, zum Teil weit auseinanderliegenden Punkten Methoden und Funktionen der Spannung als Form literarischer Weltbewältigung. Er ist aus zwei Workshops zum Thema hervorgegangen, die im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts "Philologie des Abenteuers" an der LMU München organisiert und ausgerichtet wurden. Wolfram Ette ist Literaturwissenschaftler und Publizist. Er studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Klassische Philologie. 2000 Promotion über Thomas Manns Josephs-Tetralogie, Habilitation mit der Arbeit "Kritik der Tragödie. Über dramatische Entschleunigung".



