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Description
Die Untergründe, derer sich Romantik und Realismus in ihrer Erzählliteratur widmen, bergen zugleich Faszinierendes und Erschreckendes.Deshalb changiert der Umgang mit diesen erzählten Tiefenräumen auch zwischen Aus- und Eingrenzung. Den Höhlen-, Abgrund- und Untergrund-Topographien beider Epochen liegen dabei Denkfiguren zugrunde, deren Grundlagen bis in die Antike zurückreichen: Philosophie und Literatur erscheinen somit seit jeher als Ausdruck der Sorge um ihre Untergründe. Die Romantik erkennt im Ausgegrenzten einen Teil ganzheitlicherErkenntnis und strebt nach Entgrenzung der durch aufklärerischen Rationalismus erzeugten Gegensätze zwischen Vernunft und Unvernunft. Zugleich offenbaren sich Ängste vor der Tiefe und dem, was dort vermutet wird. Der Poetische Realismus übernimmt diese Ambivalenz: Er grenztdie Tiefe teils aus, doch die verdrängten Untergründe dringen immer wieder an die Oberfläche und erzeugen Unsicherheit. Die neuzeitliche Literatur zeigt sich so als Geschichte dialektischer Ein- und Ausgrenzung ihrer eigenen Tiefen. Björn Honnef, geb. 1986, ist Lehrer für die Fächer Deutsch und Philosophie am Gymnasium der Stadt Rahden. Von 2019 bis 2025 war er als abgeordnete Lehrkraft für Philosophiedidaktik an der Universität Bielefeld aktiv, seit 2023 ist er zudem als kommissarischer Fachleiter für Philosophie am ZfsL Minden tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Metaphern-, Begriffs- und Motivgeschichte der Literatur und Philosophie des 18. und 19. Jahrhunderts.



