Bürokratische Schreibszenen : Schreibtische aus medien-, theater- und literaturwissenschaftlicher Perspektive (Zur Genealogie des Schreibens)

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Bürokratische Schreibszenen : Schreibtische aus medien-, theater- und literaturwissenschaftlicher Perspektive (Zur Genealogie des Schreibens)

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  • 製本 Hardcover:ハードカバー版
  • 商品コード 9783770568741

Description

Über Bürokratie wird zurzeit vielfach diskutiert. Schon im Wort selbst ist eine immanente Spannung angezeigt: Dem Determinans 'Büro' ist das Wuchernde eingeschrieben, das sich von Papieren über Möbel und Räume bis hin zu Gebäudekomplexen ausdehnt. Mit dem Determinatum '-kratie' ist dagegen eine weit weniger beachtete Dimension aufgerufen, die immer wieder versucht, das Wuchernde zu bändigen und es in pragmatische Bahnen zu lenken. Eine Nullstelle von Bürokratie scheint nicht zu existieren, ihr ist stets eine Ordnung des Schreibens bereits vorgeschaltet. Bürokratie setzt nicht nur Schreibflüsse in Gang, sondern es zeigt sich, dass Büro-kratie schon im Schreibakt selbst am Werk ist. In Momenten des Schreibens untersucht der 32. Band der ZGDS-Reihe diese kleinste Ausprägung von Bürokratie. Ausgehend von ihrer Etymologie wird sie als 'Schreibtischherrschaft' aufgefasst. Vom Schreibtisch aus wird Macht ausgeübt, zugleich erweist er sich als der Schauplatz, an dem Machtverhältnisse ausgehandelt werden. Indem sie Machtbeziehungen herstellen und durchbrechen, funktionieren Schreibszenen bürokratisch in ihrem "formalizing effect" (Campe). Die Bürokratie des Schreibens wird so auf den unterschiedlichen Ebenen in Szenen ihrer Realisierung lesbar. Diese Bürokratie-Kämpfe im und um das Schreiben erstrecken sich in den Beiträgen dieses Bandes vom Schreibtisch aus über Arbeitszimmer und Büros bis hin zu Archiven, kehren aber immer wieder zum Schreibtisch als Austragungsort zurück. Rüdiger Campe ist Professor of German Language and Comparative Literature an der Yale University. Seine Forschung kreist u.a. um Theorien des Romans, der Schreibszene, Literatur und Recht.Johanna Käsmann und Jessica Maaßen sind Doktorandinnen an der Universität Erfurt. Johanna Käsmann forscht zu Schreiborten in Wolfgang Hilbigs Romanen; Jessica Maaßen zu Vladimir Nabokovs posthum erschienenen Romanfragment unter Betrachtung seiner Schreibszene.

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