- ホーム
- > 洋書
- > ドイツ書
- > Humanities, Arts & Music
- > Linguistics
Description
Traumerzählungen bilden einen entscheidenden Teil unseres Wissens über die Shoah. Für zahlreiche Überlebende sind sie eine Strategie des Weiterlebens: Sie drücken Erfahrungen aus, die auf anderem Wege kaum kommuniziert werden können. Das Erzählen und Teilen von Träumen wird in diesem Essay als eine paradoxe, individuelle wie kollektive Praxis der Reparation verstanden. So wichtig - ja unausweichlich - finanzielle, politische und juristische Reparationsbemühungen auch sein mögen, sie erweisen sich stets als unzureichend. Insofern die entstandenen Zerstörungen und Verletzungen niemals »wiedergutgemacht« werden können, gewinnt die kulturelle Auseinandersetzung mit ihnen an Bedeutung: als fortwährende Bearbeitung irreparabler Erfahrungen. Christiane Solte-Gresser eröffnet ein eindrückliches Spektrum an Träumen von Shoah-Überlebenden, die ihren traumatischen Erfahrungen erzählend Ausdruck verleihen. Zugleich lotet sie das reparative Potenzial des Traums für unser kulturelles Gedächtnis und seinen Beitrag zu gegenwärtigen Erinnerungspolitiken aus.
Christiane Solte-Gresser, 1968 geboren, ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes und Direktorin des Käte Hamburger Kollegs für kulturelle Praktiken der Reparation. Sie ist Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und hatte Gast- und Vertretungsprofessuren an der Goethe-Universität Frankfurt und der Université Aix-Marseille inne.



