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Hans Ostwald: Rinnsteinsprache. Lexikon der Gauner-, Dirnen- und Landstreicherbegriffe oder die geheime Sprache der Straße um 1900 Erstdruck: Berlin: Harmonie, Verlagsanstalt für Literatur und Kunst, 1906. Neuausgabe, herausgegeben von Karl-Maria Guth, Berlin 2026. Dieses Buch folgt in Rechtschreibung und Zeichensetzung obiger Textgrundlage. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH Wie sprechen Menschen, die außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft leben? Welche Wörter benutzen Gauner untereinander, wie verständigen sich Landstreicher auf der Walze, und welche eigene Sprache entsteht in Kaschemmen, Herbergen und im Milieu der Prostitution? Hans Ostwald sammelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Tausende Wörter und Redensarten aus einer heute weitgehend verschwundenen Sprachwelt. Als wandernder Handwerksbursche hatte er selbst auf Landstraßen und in Herbergen gelebt, später hörte er sich in Kaschemmen und anderen Treffpunkten der gesellschaftlichen Außenseiter um. Aus diesen unmittelbaren Erfahrungen und aus älteren Quellen entstand sein umfangreiches Lexikon. Von »Asche« für Geld über »August mit der Latte« für den Gendarmen bis zum »Chausseegrabentapezierer« für einen arbeitsscheuen Landstreicher dokumentiert Ostwald eine Sprache von erstaunlicher Bildhaftigkeit, Derbheit und Erfindungskraft. »Rinnsteinsprache« ist zugleich Wörterbuch und kulturgeschichtliches Dokument. Es bewahrt den Wortschatz einer sozialen Welt, die sich bewusst von der Sprache der Behörden und der bürgerlichen Gesellschaft abgrenzte, und eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf Alltag, Humor, Not und Überlebensstrategien am Rand der Gesellschaft um 1900.



