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Description
Was hatten Nonnen, deren Ruf der Heiligkeit angezweifelt wurde, und Frauen, die angeblich zauberten, im Spanien des 17. Jahrhunderts gemein? Sie teilten ein ähnliches Schicksal, denn beide Gruppen mussten sich vor einem Inquisitionstribunal für ihre abweichende Glaubensauspraxis verantworten. Ihnen wurde unter anderem vorgeworfen, aufgrund von falschen Visionen eine religiöse Anhängerschaft zu haben bzw. Zauberei für eigene und fremde Zwecke auszuüben. Sieht man darin nicht nur ein Überschreiten von Normen und Gewohnheiten, sondern auch ein Öffnen und Schließen von »anderen« Räumen, kann man anhand der Aussagen in Inquisitionsprozessen sowohl die Wahrnehmung der Zeuginnen und Zeugen als auch das Handlungsspektrum der Angeklagten aufzeigen.https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1128 Vorwort - 71. Einleitung - 91.1 Leitfragen - 91.2 Untersuchungsgegenstand - 131.3 Inquisitionsakten - 171.4 Methode - 211.5 Forschungsstand - 262. Spanien nach dem Konzil von Trient - 352.1 Religiöses Klima - 352.2 Konfessionalisierung - 382.3 Inquisition - 452.4 Zusammenfassung - 553. Weibliche Ideale, Zauberei und fingierte Heiligkeit - 573.1 Weibliche Ideale - 573.3 Zauberei - 703.4 Fingierte Heiligkeit - 823.5 Zusammenfassung - 94Abbildungen - 974. Wissen - Räume - Exklusion - 1094.1 Wissen - 1104.2 Räume - 1394.3 Exklusion - 1534.4 Zusammenfassung - 2195. Zusammenfassung - 221Ausgewertete Fälle - 233Quellen- und Literaturverzeichnis - 244Personen-, Sach- und Ortsregister - 259 Frohnapfel-Leis, Monika
Dr. Monika Frohnapfel-Leis. Studium: Verwaltungswirtschaft in Mannheim; Geschichtswissenschaft und Spanische Philologie in Mainz. Lehrbeauftragte an der Universität Erfurt. Die Autorin geht von der Annahme aus, »dass in der frühneuzeitlichen spanischen Gesellschaft jegliche Vergehen in der Regel einen Genderbezug hatten«, was insbesondere für religiöse Delikte gilt. Es geht um die Frage, »wie religiöse Devianz in der Wahrnehmung des sozialen Umfelds zum Ausschlusskriterium wurde«), und zwar anhand der Untersuchung der Argumentationslinien in den Inquisitionsprozessen gegen 18 Frauen aus der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts wegen Zauberei und fingierter Heiligkeit. Diese »Delikte« galten als gravierend, weil man sie als Ausdruck eines »Paktes mit dem Teufel« verstand. Frohnapfel-Leis findet in den Inquisitionsakten drei Exklusionsgründe behandelt. Es geht um den Ausschluss aus Glaubensgründen, aus Gründen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens und aufgrund eines Bezugs zum »sozialen Geschlecht«, vor allem wenn Frauen »Männerrollen« (z.B. Priestertum, Predigttätigkeit) wahrnahmen. Die Verfasserin hat eine differenzierte und die weitere Forschung fördernde Studie vorgelegt. Mit ihrem theoretischen Überbau gelingt ihr vielfach, die Quellen neu zum Sprechen zu bringen. Sie hat die weiblichen und religiösen Ideale aufgezeigt, die als Orientierungspunkte für Frauen dienten. Sie hat die Ausschlussgründe bei sozialer und religiöser Devianz identifiziert. Ebenso hat sie gezeigt, dass diese Abweichungen dazu führten, dass sich manche Räume für diese Frauen schlossen und andere dafür öffneten. Die Arbeit ist einerseits durch eine sorgfältige Quellenstudie sowie einen starken theoretischen Überbau zeitgenössischer Autoren und Autorinnen und andererseits durch eine Vernachlässigung mancher wichtigen »theologischen« Werke aus dem 16.Jahrhundert gekennzeichnet, die zum Verstehen des Vorgehens der Inquisition dienlich gewesen wären. Mariano Delgado, in: Historische Zeitschrift 313/1, 2021



