- ホーム
- > 洋書
- > ドイツ書
- > Humanities, Arts & Music
- > History
- > regional history
Description
Die Zeitspanne von den frühen 1960er bis in die Mitte der 1980er Jahre war in der Bundesrepublik Deutschland geprägt von gesellschaftlichen Umwälzungen, die zumeist von einer politisch linksorientierten Jugend angeschoben wurden. Diese Veränderungen fanden nicht nur in den Metropolen der Republik statt, sondern hatten auch Auswirkungen auf die vermeintliche Provinz.Im Jahr 2015 nahm sich das Historische Museum Bielefeld der Frage an, ob und wie ein gesellschaftlicher Linksruck in Bielefeld vonstatten ging. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Ausstellung LINKSRUCK. Politische und kulturelle Aufbrüche in Bielefeld präsentiert. Daran anschließend entstand diese Publikation.Bielefeld war ein Experimentierfeld für die Reizthemen der beschriebenen Jahrzehnte. Die Emanzipationsbewegung, die »Dritte-Welt«-Solidarität, Hausbesetzungen im Kampf um ein Jugendzentrum und bezahlbaren Wohnraum sowie viele weitere Initiativen machten Bielefeld insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren zu einer Hochburg alternativen Lebens. Die Errungenschaften der Zeit prägen die Menschen und das Stadtbild Bielefelds bis heute.https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1061 Vorwort - 6Kampf dem Atomtod - 12Ostermarschbewegung. Die 1960er Jahre - 141968 in Bielefeld - 18Die Linke Baracke. Treffpunkt der APO Karl-Gustav Heidemann - 24Richard-Kaselowsky-Haus. Streit um die Benennung der Kunsthalle - 28»Bielefeld auf dem Weg ins rot-grüne Abseits?«. Die Universität Bielefeld als politisches Zentrum - 34Schule als Labor. Die Laborschule und das Oberstufenkolleg Bielefeld - 42Vereinigung der Verfolgten des Nazi- Regimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Norbert Schaldach - 48Das Arbeiterjugendzentrum. Besetzung in Brackwede - 52Als wäre es ein Stück von mir. Generationenübergreifende Auswirkungen der Zeit des Nationalsozialismus Barbara Linnenbrügger - 58Linker Terrorismus. Bielefeld in unruhigen Zeiten - 62Die Johannislust - 70Spätfrühling. Markttage der Alternativkultur - 74Woodstock in OWL. Das Umsonst & Draußen-Festival - 78»Dritte-Welt«-Solidarität. Vom Akafrik zum Welthaus Bielefeld - 80»Die Zukunft wird unser sein, Chile wird siegen«. Zur Geschichte und Aktualität des Chile- Wandbildes an der Universität Bielefeld Paul Buckermann / Sebastian Lemme - 86»Das Private ist politisch!«. Die Frauenbewegung in Bielefeld - 90»Hoch die Erregung«. Die Bielefelder Schwulenbewegung - 96Der Bielefelder Löwenzahn. Erster Naturspeiseladen Ostwestfalens - 102»Sei keine Duckmaus«. Berufsverbote für den öffentlichen Dienst - 104Ravensberger Spinnerei. Kampf um Bielefelds kulturelles Erbe - 108»Was der Krieg nicht geschafft hat - schafft die Sanierung«. Protestbewegung gegen die Stadtsanierung - 112Waldemarstraße. Umstrittene Instandbesetzung - 118Anti-Atomkraft-Bewegung - 122Frischer Wind in unser Rathaus. Die Bunte Liste Bielefeld - 128Neue Themen - alte Ziele. Die Friedensbewegung der 1980er Jahre - 132Flagge zeigen. Dichtung in Wahrheit Autorin anonym - 138THTR-300. Kühlturmbesetzung in Hamm-Uentrup - 140Nazis raus! Die Bleichstraße 143 - 142 Fabian Schröder M.A. Geboren 1986. Studium: Museologie in Oldenburg. Seit 2019 Leiter des Städtischen Museums Lemgo. APO, Uni, Hausbesetzer Nach der Ausstellung jetzt dass Buch zum »Linksruck« Mit 10.000 Besuchern war die Ausstellung »Linksruck« im Herbst und Winter 2015 eine der erfolgreichsten im Historischen Museum. Jetzt hat Ausstellungsmacher Fabian Schröder dazu ein Buch vorgelegt. »Linksruck« beschreibt die politischen und kulturellen Aufbrüche in Bielefeld von den 60er bis zu den 80er Jahren. Da war ordentlich etwas los in der vermeintlichen Provinzmetropole Bielefeld. Bei einer Anti-Vietnam-Demo wird am Aufgang zum Theater am Alten Markt die US-Flagge verbrannt, die »Linke Baracke« auf dem Schulhof der Gutenbergschule wird zum Zentrum der Außerparlamentarischen Opposition, der APO, in der Stadt. In jener Zeit reifen an der Uni die Pläne für Laborschule und Oberstufenkolleg, wo Kinder und Jugendliche in einer Art Werkstattatmosphäre lernen. Von wegen Klassenzimmer-Mief. In den 70er und 80er Jahren lassen dann Stadtsanierung und der Bau des Ostwestfalendamms die Hausbesetzer-Szene wachsen. Die »Bunte Liste« mischt die Altherren-Riege im Rat auf. Wilde Zeiten, die Herausgeber Fabian Schröder Revue passieren lässt - als einer aus der Generation der Kinder der 68er-Eltern. Er hat also die nötige Distanz. Sein Buch ist denn auch weniger verklärend als wohltuend erklärend. So wie es schon die Ausstellung war. Im Buch hinzugefügt hat er auch die ein oder andere persönliche Schilderung. So berichtet Barbara Linnenbrügger, warum sie in der kommunistischen Bewegung am Ende »glücklich gescheitert« ist. Deutlich wird: Manches, was damals in bewegter Zeit entstanden ist, ist inzwischen etabliert: das Dritte-Welt-Haus, das heute Welthaus heißt. Oder der erste Naturkostladen in OWL, Löwenzahn, der jetzt als Löwenzahn Biofeinkost firmiert und längst auch eine Adresse für die Besserverdienenden ist. Die Ausstellung war Fabian Schröders »Gesellenstück« als Volontär im Historischen Museum. Inzwischen arbeitet er im Kulturbüro des Landkreises Osnabrück. Das Buchprojekt wurde möglich, weil es viele Vorbestellungen und Spenden gab, auch der Förderverein des Historischen Museums beteiligte sich. »Das richtige Weihnachtsgeschenk für unentschlossene Linke«, meint Museums-Chef Dr. Wilhelm Stratmann. Aber nicht nur für die, sondern für alle, die Bielefelds jüngere Stadtgeschichte besser verstehen wollen. Michael Schläger, in: Westfalen-Blatt, Bielefeld, 17.12.2016



