Nestroy, Heine & Co. : Aufsätze zur Literatur (Karl-Kraus-Werkausgabe .4) (1. Auflage. 2018. 188 S. 232 mm)

個数:

Nestroy, Heine & Co. : Aufsätze zur Literatur (Karl-Kraus-Werkausgabe .4) (1. Auflage. 2018. 188 S. 232 mm)

  • 提携先の海外書籍取次会社に在庫がございます。通常約3週間で発送いたします。
    重要ご説明事項
    1. 納期遅延や、ご入手不能となる場合が若干ございます。
    2. 複数冊ご注文の場合は、ご注文数量が揃ってからまとめて発送いたします。
    3. 美品のご指定は承りかねます。

    ●3Dセキュア導入とクレジットカードによるお支払いについて
  • 【入荷遅延について】
    世界情勢の影響により、海外からお取り寄せとなる洋書・洋古書の入荷が、表示している標準的な納期よりも遅延する場合がございます。
    おそれいりますが、あらかじめご了承くださいますようお願い申し上げます。
  • ◆画像の表紙や帯等は実物とは異なる場合があります。
  • ◆ウェブストアでの洋書販売価格は、弊社店舗等での販売価格とは異なります。
    また、洋書販売価格は、ご注文確定時点での日本円価格となります。
    ご注文確定後に、同じ洋書の販売価格が変動しても、それは反映されません。
  • 製本 Hardcover:ハードカバー版
  • 商品コード 9783737410991

Description


(Text)
Wohl kaum einer hatte ein so sensibles Sprachempfinden wie Karl Kraus, kaum einer ein so sicheres Gespür, um im Bereich der Literatur die Spreu vom Weizen zu trennen, das Echte von der bloßen Reklamesucht zu unterscheiden. Allein aus dem Umgang mit der Sprache entwickelte Kraus eine scharfsinnige Kultur- und Zeitkritik. Der vorliegende Band enthält die wichtigsten Aufsätze zur Literatur, darunter die beiden grundlegenden Essays Heine und die Folgen sowie Nestroy und die Nachwelt. Frank Wedekind, Peter Altenberg, Gerhard Hauptmann, August Strindberg, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzer und viele andere sind hier Gegenstand ebenso bissiger wie vergnüglicher Satiren und Polemiken.
(Extract)
»Zwei Richtungen geistiger Unkultur: die Wehrlosigkeit vor dem Stoff und die Wehrlosigkeit vor der Form. Die eine erlebt in der Kunst nur das Stoffliche. Sie ist deutscher Herkunft. Die andere erlebt schon im Stoff das Künstlerische. Sie ist romanischer Herkunft. Der einen ist die Kunst ein Instrument; der andern ist das Leben ein Ornament. In welcher Hölle will der Künstler gebraten sein? Er möchte doch wohl unter den Deutschen wohnen. Denn obgleich sie die Kunst in das Patentprokrustesbett ihres Betriebs gespannt haben, so haben sie doch auch das Leben ernüchtert, und das ist ein Segen: Fantasie gewinnt, und in die öden Fensterhöhlen stelle jeder sein eigenes Licht. Nur keine Girlanden! Nicht dieser gute Geschmack, der dort drüben und dort unten das Auge erfreut und die Vorstellung belästigt. Nicht diese Melodie des Lebens, die meine Musik stört, welche sich in dem Gebrause des deutschen Werktags erst zu sich selbst erhebt. Nicht dieses allgemeine höhere Niveau, auf dem es so leicht ist zu beobachten, dass der Camelot in Paris mehr Grazie hat als der preußische Verleger. Glaubt mir, ihr Farbenfrohen, in Kulturen, in denen jeder Trottel Individualität besitzt, vertrotteln die Individualitäten. Und nicht diese mediokre Spitzbüberei der eigenen Dummheit vorgezogen! Und nicht das malerische Gewimmel auf einer alten Rinde Gorgonzola der verlässlichen Monotonie des weißen Sahnenkäses! Schwer verdaulich ist das Leben da und dort. Aber die romanische Diät verschönert den Ekel: Da beißt man an und geht drauf. Die deutsche Lebensordnung verekelt die Schönheit und stellt uns auf die Probe: Wie schaffen wir uns die Schönheit wieder? Die romanische Kultur macht jedermann zum Dichter. Da ist die Kunst keine Kunst. Und der Himmel eine Hölle.Heinrich Heine aber hat den Deutschen die Botschaft dieses Himmels gebracht, nach dem es ihr Gemüt mit einer Sehnsucht zieht, die sich irgendwo reimen muss und die in unterirdischen Gängen direkt vom Kontor zur blauen Grotte führt.Und auf einem Seitenweg, den deutsche Männer meiden: von der Gansleber zur blauen Blume. Es musste geschehen, dass die einen mit ihrer Sehnsucht, die andern mit ihren Sehnsüchten Heinrich Heine für den Erfüller hielten. Von einer Kultur gestimmt, die im Lebensstoff schon alle Kunst erlebt, spielt er einer Kultur auf, die von der Kunst nur den stofflichen Reiz empfängt. Seine Dichtung wirkt aus dem romanischen Lebensgefühl in die deutsche Kunstanschauung.«
(Author portrait)
Karl Kraus (1874-1936) war österreichischer Satiriker. In den fast tausend Nummern seiner Zeitschrift »Die Fackel« entlarvte er wortgewaltig die Doppelmoral seiner Zeit, die Phraseologie der Presse und einen verkommenen Literaturbetrieb. Aufgrund seines großen Dramas über den Ersten Weltkrieg, »Die letzten Tage der Menschheit«, wurde er von Professoren der Pariser Sorbonne für den Friedensnobelpreis und den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.

最近チェックした商品