Description
Kriege, Extremismus, soziale wie ökonomische Herausforderungen - liberale Gesellschaften und Demokratien stehen unter Druck. Dabei gerät ein autoritärer, nationalistischer Populismus ins Blickfeld, der sich zum Repräsentanten des "Volkswillen" gegen sogenannte "Eliten" erhebt und dabei auch auf Verschwörungstheorien zurückgreift. Populisten setzen in ihrem Kampf gegen "Eliten" "alternative Wahrheiten" ein, ihre Erzählungen fördern Verdacht und Misstrauen. Der vorliegende Band versammelt die Zugänge verschiedener Disziplinen, um der Frage nachzugehen, was Verschwörungstheorien so attraktiv und erfolgreich macht und was sich ihnen entgegensetzen lässt. Hannes SwobodaVorwortAstrid SévilleAuf der Suche nach Zurechenbarkeit. Verschwörungstheorien als Phänomen - eine EinführungNils KumkarVerschwörungstheorien als Gegenstand sozialwissenschaftlicher ErkenntnisInterview mit Michael ButterMerkmale und Funktionsweise von VerschwörungstheorienClara SchliesslerAlles eins? Zum Verhältnis von Autoritarismus, Verschwörungsmentalität und EsoterikPaulina Fröhlich, Michelle DeutschDie demokratische Relevanz von Einsamkeitserfahrungen Jugendlicher in DeutschlandMarkus Brunner, Florian KnasmüllerSozialpsychologische Betrachtungen von Protest und Radikalisierung in Corona-ZeitenInterview mit Ulrike SchiesserVerschwörungsglaube verstehen. Einblicke aus der BeratungspraxisMaria do Mar Castro VarelaGibt es ein Recht auf Desinformation? Hassreden und Staatsphobie in soziale MedienHelena MihaljevicDigitale Verschwörungsmythen algorithmisch erkennenElke ZieglerWissenschaftskommunikation in der Krise. Binnenansichten einer Wissenschaftsjournalistin in Österreich Markus Brunner ist wissenschaftlicher Leiter des Psychologie-Master-Schwerpunktes "Sozialpsychologie" an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien und Co-Leiter des FWF-Projektes "Connecting the Dots: Rekonstruktion der sozialen Produktion verdächtigen(den) Wissens". Seine zahlreichen Publikationen liegen im Bereich der psychoanalytisch orientierten Sozialpsychologie, mit einem besonderen Fokus auf die Attraktivität autoritärer Ideologien und Bewegungen und die Gefühlserbschaften des Nationalsozialismus.Michael Butter ist Professor für Amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Tübingen und ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Er ist der Autor von "Nichts ist, wie es scheint": Über Verschwörungstheorien (2018), das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, und Mitherausgeber des Routledge Handbook of Conspiracy Theories (2020) und des Bandes Covid Conspiracy Theories in Global Perspective (2023). Er leitet das vom Europäischen Forschungsrat geförderte Projekt "PACT: Populism and Conspiracy Theory" und ist PI des CHANSE-Projekts "REDACT: Researching Europe, Digitilisation and Conspiracy Theories".Michelle Deutsch ist Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin. Zuletzt leitete sie im Progressiven Zentrum unter anderem das Projekt Kollekt zu antidemokratischen Einstellungen und Einsamkeit bei Jugendlichen.Maria do Mar Castro Varela ist Professorin für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. 2023 erhielt sie ein Thomas Mann Stipendium. Sie war u.a. Sir Peter Ustinov Gastprofessorin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Senior Fellow am Institut für die Wissenschaft des Menschen (IWM) Wien und Research Fellow am Institut for Humanities and International Law in Melbourne (Australien), der Universität Busan (Südkorea) wie auch am Research Center for Women's Studies (RCWS) der University Mumbai. Sie ist Gründerin und Mitglied des bildungsLab* (bildungslab.net) und Vorsitzende des Berliner Instituts für kontrapunktische Gesellschaftsanalysen. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte umfassen Fragen der Ethik, des Protests, der Emanzipation und Wissensproduktion.Paulina Fröhlich ist stellvertretende Geschäftsführerin und verantwortet den Schwerpunkt "Resiliente Demokratie" des Think Tanks Das Progressive Zentrum. Nach dem Studium der Geographie, Islamwissenschaft und des Wassermanagements, gründete sie die Initiative Kleiner Fünf mit, welche Menschen darin unterstützt, mithilfe "radikaler Höflichkeit" gegen Rechtspopulismus aktiv zu werden.Florian Knasmüller ist Doktorand an der Sigmund Freud PrivatUniversität (Wien) und als wissenschaftlicher Mitarbeiter im FWF-Projekt "Connecting the Dots: Rekonstruktion der sozialen Produktion verdächtigen(den) Wissens" beschäftigt. Er forscht zu Verschwörungsdenken, Rechtspopulismus und Autoritarismus.Nils C. Kumkar ist promovierter Soziologe und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am SOCIUM der Universität Bremen. Er forscht vor allem zu sozialer Ungleichheit, politischem Protest und Kritik. Zurzeit leitet er das Bremer Teilprojekt des internationalen Forschungsprojekts "Connecting the Dots: Reconstructing the Social Production of Suspicious Knowledge". Neben diversen wissenschaftlichen Veröffentlichungen schreibt er u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sein Buch Alternative Fakten: zur Praxis der kommunikativen Erkenntnisverweigerung erschien 2022 in der edition Suhrkamp.Helena Mihaljevic ist promovierte Mathematikerin und Professorin für Data Science an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Sie forscht insbesondere in interdisziplinären Projekten mit Schnittstellen zu Daten und lernenden Algorithmen, u.a. zu algorithmischer Erkennung und Analyse von Verschwörungstheorien und antisemitischer Hassrede. Ihr methodischer Ansatz umfasst die Entwicklung von Modellen unter Verwendung des Machine und Deep Learnings und des Natural Language Processings, sowie Evaluat



