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Description
Die Gaunersprache "fenja" ist ein Phänomen: Sie ist an den Rand der russischen Sprache gedrängt worden und dennoch in allen gesellschaftlichen Schichten präsent. So verbindet sie sprachliche Besonderheit mit sozialer Dynamik. Literarische Texte spielten bei ihrer Bekämpfung und Verbreitung eine zentrale Rolle und prägen ihr öffentliches Bild. Serafima König unternimmt eine hermeneutische (Übersetzungs-)Analyse dreier literarischer Texte, die das Spannungsfeld unterschiedlicher Perspektiven sichtbar macht: die Binnen-Außen-Perspektive des ehemaligen politischen Gefangenen Varlam Salamov, die Binnen-Binnen-Perspektive des ehemaligen Berufsverbrechers Michail Dëmin und die Außen-Außen-Perspektive des zeitgenössischen Autors Viktor Pelevin. Sie nimmt zudem die Perspektiven der Übersetzer:innen und die translatorischen Herausforderungen im Umgang mit "fenja" in den Blick. Im Ergebnis zeigt sie die Vielschichtigkeit von fenja in der pragmatischen und literarischen Verwendung sowie die Vielfalt an Übersetzungsmöglichkeiten. Serafima König, *1985 in Baschkortostan (Russland), hat am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim Übersetzen (Deutsch, Russisch, Portugiesisch) studiert. Nach dem Studium beschäftigte sie sich mit Filmübersetzung und Untertitelung und war für einen großen Übersetzungsdienstleister tätig, für den sie Projekte internationaler Konzerne betreute, übersetzte und lektorierte. Die Autorin lebt und arbeitet in Bremen; nebenberuflich widmet sie sich weiterhin dem Übersetzen.



