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Description
Die Räume der "Roma" sind so heterogen wie die Minderheit selbst. Sidonia Bauer stellt sie in ihrer Vielgestaltigkeit vor: Die sozialen, durch menschliches Handeln produzierten Raumtypen reichen vom Desideratum des locus romano als lieblichem, vertrauten und wertvollen Raum bis zur realen, oft tristen städtischen Peripherie. Ausnahmeräume sind "Lager" und Gefängnisse, von der Gran Redada bis zum Nationalsozialismus. In einem soziopoetischen Ansatz ergründet die Autorin die Raumtypen ausgehend vom literarischen Text. Sie analysiert Roma-Literatur und Fremdrepräsentationen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts aus Frankreich, Spanien und Italien. Darin spielen die Natur als Quelle der Inspiration und heilsame Kraft und die Bewegungsfreiheit durch das mobile Habitat eine besondere Rolle. Letztere ist gleichbedeutend mit Lebensqualität und Selbstbestimmtheit der Frau. Der locus romano wird so zu einem existenziellen und universell begreifbaren Modell für ein Zusammenleben außerhalb der sesshaften und städtischen Gesellschaften. Sidonia Bauer studierte Französisch, Italienisch, Kunstgeschichte und Psychologie. Sie promovierte im Rahmen einer Cotutelle de thèse an der Universität zu Köln und der Université Sorbonne Nouvelle - Paris 3 zum Gegenwartslyriker André Velter. Am CELIS (Centre de Recherches sur les Littératures et la Sociopoétique) der Université Clermont Auvergne sowie im Rahmen einer "Eigenen Stelle" der DFG an der Universität zu Köln widmete sie sich der heterogenen Minderheit der "Sinti und Roma". Aktuell vertritt sie an der Universität zu Köln den Lehrstuhl für französische Literaturwissenschaft.



