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Description
Die Geschichte der chinesischen Literatur in der DDR beginnt mit der fast gleichzeitigen Gründung der DDR und der Volksrepublik China im Oktober 1949. Mit den politischen Beziehungen entstand auch ein intensiver kultureller Austausch, in dem Übersetzungen eine Schlüsselrolle zukam. Sie waren jedoch nicht nur Ausdruck offizieller Kulturpolitik, sondern auch Spiegel literarisch-ästhetischer Interessen und individueller Motive, die staatliche Direktiven durchaus unterlaufen konnten. Babette Bernhardt rekonstruiert die Übersetzungsgeschichte chinesischer Literatur in der DDR auf der Grundlage umfangreichen Archivmaterials und lässt Zeitzeug:innen zu Wort kommen. Im Zentrum stehen Autor:innen wie Mao Dun, Lu Xun und Zhang Jie sowie Klassiker der chinesischen Literatur, darunter Der Traum der roten Kammer. Zugleich zeichnet sie die Lebenswege der Übersetzer:innen nach, darunter Johanna Herzfeldt, Eva Müller und Rainer Schwarz. Damit ermöglicht ihre Analyse neue Einblicke in die vielschichtige Rolle von Übersetzungen und Übersetzer:innen im Kulturtransfer der DDR. Eine umfassende Bibliografie chinesischer Literatur in deutscher Übersetzung in der DDR rundet die Untersuchung ab. Babette Bernhardt studierte Transkulturelle Kommunikation, Publizistik und Übersetzungswissenschaft in Wien, Leipzig und Peking. Sie wurde 2024 an der Universität Hamburg im Fach Germanistik promoviert. Ihre Forschungsinteressen gelten der Translationsgeschichte und Translationskultur der DDR sowie den Translator Studies. Seit 2016 arbeitet sie als freiberufliche Wissenschaftlerin und Übersetzerin aus dem Deutschen, Englischen und Chinesischen.



