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Description
Der Apothekerssohn Nikolaus Marggraf, eigentlich illegitimer Sproß eines Fürsten, ist der Held von Jean Pauls "rein-komischem Pantheon". Bei alchimistischen Versuchen entdeckt Nikolaus die Kunst, Diamanten herzustellen. Über Nacht zu Reichtum gelangt, macht er sich auf die Suche nach seinem wahren Vater. Doch seine träumerische Naivität läßt die Reise zu einer närrischen Odyssee geraten. In der witzig-bizarren Realitätsferne des Anti-Helden wird - ähnlich wie in Cervantes "Don Quijote" - der Welt ein Zerrspiegel vorgehalten. Den Klassikern galt Jean Paul, der vom Publikum geliebte Einzelgänger aus der Provinz, ein wenig als Sonderling. Goethe seufzte über sein "wunderliches Wesen", Schiller erschien er gar "fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist". Heute wirkt das unbekümmerte Nebeneinander von Unvereinbarem in Jean Pauls literarischem Kosmos hoch modern. Die sprachliche Originalität und gedankliche Experimentierfreude, mit der er die menschliche Selbsttäuschung entla rvt, weist weit über seine Epoche hinaus und macht den Autor zu einem der wenigen großen Humoristen der deutschen Literatur. Jean Paul (d. i. Johann Paul Friedrich Richter), 21.3.1763 Wunsiedel (Fichtelgebirge)-14.11.1825 Bayreuth. Der aus einer armen Pastoren- und Lehrerfamilie stammende J. P. wuchs in beengten, dürftigen Verhältnissen in oberfränkischen Dörfern auf, besuchte 1779-80 das Gymnasium in Hof und studierte von 1781 an Theologie in Leipzig, ohne allerdings je die Absicht zu haben, Pfarrer zu werden. 1784 kehrte er auf der Flucht vor seinen Leipziger Gläubigern nach Hof zurück. Hier lebte er zunächst bei seiner Mutter, bis er von 1787-94 als Haus- und Privatlehrer in Oberfranken seinen Lebensunterhalt verdienen konnte. Der mit dem Erfolg des 'Hesperus' plötzlich einsetzende Ruhm brachte ihm, neben enthusiastischen Briefen von Verehrern und v. a. Verehrerinnen, 1796 eine Einladung nach Weimar, wo er sich mit Charlotte v. Kalb, dem Ehepaar Herder und C. M. Wieland anfreundete. Nach dem Tod seiner Mutter zog er 1797 nach Leipzig, wohnte dann 1798-1800 in Weimar. 1800-01 lebte er in Berlin und heiratete Karoline Mayer (1777-1860) - und keine von den adeligen Damen, die ihn umwarben. Über Meiningen (1801-02) und Coburg (1803-04) kehrte er in seine fränkische Heimat zurück, ließ sich im August 1804 in Bayreuth nieder und blieb hier bis zu seinem Tod.



