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Description
Die vorliegende Studie widmet sich einer phänomenologischen Untersuchung des Pinselstrichs in der Kunst unter dem Aspekt des Verhältnisses von Gesichts- und Tastsinn. Während sich die bisherige Literatur zu diesem Thema zumeist auf den Gesichtssinn konzentrierte, hebt die vorliegende Arbeit auch die Funktion des Tastsinns in der visuellen Kunst hervor. Auf der Grundlage der philosophischen Analyse der Bedeutung des Tastsinns im Kontext der Leiblichkeit liegt der Schwerpunkt in der künstlerischen Analyse der Entwicklung des Pinselstrichs in der westlichen Malerei, in der chinesischen Kalligrafie und in der chinesischen Malerei. Das Wesen der Malerei besteht darin, dass sich die visuelle Form körperhaft durch leibliche Aktion manifestiert. Die malende Hand öffnet auf der Bildfläche eine ästhetische Welt, die damit auch als eine Ausdehnung unseres Leibes betrachtet werden kann. Durch die Affinität mit der Berührung bekundet der Pinselstrich die leibliche Bedeutung der visuellen Kunst. Einleitung 11 ERSTER TEIL: PHILOSOPHISCHE ANALYSE 1. Historische Theorien zum Gesichts- und Tastsinn 17 1.1 Der Gesichtssinn in Platons Ideenlehre 17 1.2 Aristoteles' Seelenlehre über die Sinne 18 1.3 Berkeleys neue Theorie über das Sehen 21 1.4 Kants Form der Anschauung a priori 25 1.5 Das Verhältnis von Gesichts- und Tastsinn in Bezug auf Erscheinung und Gegenstand 28 1.6. Husserls Analysen zur Wahrnehmung 31 1.6.1 "Uneigentliche Erscheinung" und Vergegenwärtigung 31 1.6.2 Konstitution des Leibs durch Tastempfindungen 33 1.6.3 Zeit und Bewegung des Leibs in der Wahrnehmung 36 1.6.4 Zusammenfassung 40 1.7 Leiblichkeit bei Merleau-Ponty 43 1.7.1 Die Einheit des Gesichtsfelds 43 1.7.2 Die Einheit des leiblichen Wahrnehmungsfelds 46 1.7.3 Der Leib und seine Korrelation zur Welt 49 2. Schichtenanalyse des Bildbewusstseins 52 2.1 Drei Schichten des Bildes bei Husserl 52 2.2 Schichten des Bildes bei Ingarden 56 2.3 Der ästhetische Gegenstand 62 2.3.1 Das Kunstwerk und der ästhetische Gegenstand 63 2.3.2 Repräsentation und Darstellung 73 2.4 Was ist der Pinselstrich? 76 2.4.1 Gesichtssinn und Tastsinn 77 2.4.2 Raum und Zeit 78 2.4.3 Farbe und Form: Verschiedene Elemente im Pinselstrich 802.4.4 Repräsentation und Darstellung: Der Pinselstrich als verschiedene Elemente 85 ZWEITER TEIL: KÜNSTLERISCHE ANALYSE 3. Der Pinselstrich in der westlichen Malerei 91 3.1 Die Umrisslinie in Vorgeschichte und Altertum 92 3.1.1 Die unbestimmte Umrisslinie in der Vorgeschichte 92 3.1.2 Strenge Formalisierung der Umrisslinie in der ägyptischen Malerei 93 3.1.3 Realistische Formalisierung der Umrisslinie in der griechischen Vasenmalerei 95 3.2 Darstellung des Schattens im Mittelalter und in der Neuzeit 96 3.2.1 Umrisslinie mit Schattierung im Mittelalter 97 3.2.2 Plastizität durch Schattierung bei Giotto 99 3.2.3 Sfumato bei Leonardo da Vinci: Ineinander fließende Umrisse 101 3.2.4 Der Tenebrismus von Caravaggio: Eine extreme Form von Schattierung 104 3.3 Durchbrüche des Pinselstrichs in der realistischen Darstellung 105 3.3.1 Eindruck in der Ferne: Der Pinselstrich von Velázquez 106 3.3.2 Eindruck in einem Augenblick: Der Pinselstrich von Hals 108 3.3.3 Der pastose Pinselstrich von Rembrandt 110 3.4 Ausdrucksvoller Pinselstrich in der Romantik 114 3.4.1 "Sturm" des Pinselstrichs: Aquarelltechnik mit Ölfarben bei Turner 115 3.4.2 Der Pinselstrich im Gesichtsausdruck bei Goya 118 3.4.3 Rivalität von Zeichnerischem und Koloristischem: Unterschiedliche Einstellungen zum Pinselstrich im Klassizismus und in der Romantik 122 3.5 Der Pinselstrich im Impressionismus 126 3.5.1 Darstellung visueller Eindrücke: Der Pinselstrich im frühen Impressionismus 127 3.5.2 Farbpunkte des Pointillismus 133 3.5.3 Beständigkeit mit Erscheinung: Der Pinselstrich von Cézanne 135 3.6 Der Pinselstrich im Expressionismus 140 3.6.1 Darstellung des Verständnisses: Pinselstriche bei van Gogh 140 3.6.2 Darstellung der psychischen Gestalt: Der Pinselstrich von Munch 145 3.6.3 Die Befreiung der Farbe von der Form im Fauvismus 147 3.7 Der Pinselstrich in der abstrakten Malerei 148 3.7.1 Musikalischer Rhythmus: Der Pinselstrich in der konkreten Kunst von Kandinsky 148 3.7.2 Geometrische Regeln: Der Pinsel Ziming Huang, Jahrgang 1981, promovierte 2018 an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Von 2019 bis 2024 lehrte und forschte sie an der Fakultät für Philosophie der Universität Sun Yat-sen in Guangzhou auf den Gebieten von Phänomenologie und Ästhetik. Derzeit unternimmt sie Forschungen zur Phänomenologie und Ästhetik am Institut für Philosophie und Religion der Henan Akademie der Sozialwissenschaften in Zhengzhou, VR China.



