Description
(Text)
In Ländern, die eine diktatorische Vergangenheit hinter sich haben, besteht häufiger die Versuchung, Geschichte zu instrumentalisieren als in Ländern, die auf lange und festgefügte Freiheitstraditionen zurückblicken können. Allzu oft färbt man in jungen Demokratien die Nationalgeschichte außerordentlich patriotisch ein, um die Taten zu übertünchen, auf die das betreffende Land nicht stolz sein kann. In den vorliegenden Beiträgen gehen die Autorinnen und Autoren auf Geschichtsbilder ein, die in Russland, der Ukraine, im Baltikum, in Spanien, Deutschland, Polen, Ungarn und Rumänien vergangene und gegenwärtige kollektive Wahrnehmungen beeinflussen. In diesen postdiktatorischen Ländern lassen sich hinsichtlich der Geschichtsschreibung zahlreiche Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede feststellen.
(Author portrait)
Gerhard Besier, geboren 1947, ist Theologe, Psychologe und Historiker. Von 1987 - 2003 Professor an der Kirchlichen Hochschule Berlin und an der Universität Heidelberg. Seit 2003 Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. Fachveröffentlichungen.



