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Description
Im Aufmacher geht die Juristin (und Merkur-Preisträgerin 2022) Samira Akbarian der Frage nach, wie gut - oder eher schlecht - das Konzept der Gnade eigentlich zum deutschen Recht passt. Theorie der kommunikativen Vernunft, Habermas, schön und gut, findet Moritz Rudolph, aber wäre es nicht viel besser, die Welt würde noch viel habermasianischer als Habermas selbst? Erol Borans Lebensgeschichte geht so: "Kreuze eine protestantische Bajuwarin mit einem muselmanischen Einwanderer - und was kommt dabei raus? Ein Jude!" Muss man lesen, um es zu glauben.
In der ersten Folge seiner Trump-2.0-Notate lässt Jan-Werner Müller manch Unfassbares seit Amtsantritt des Präsidenten noch einmal Revue passieren und analysiert die Probleme. Über Rechtsextreme, die sich als Anarchofaschisten begreifen und etwas Besseres sein wollen als die faschistische Plebs, schreibt Johannes Geck.
Der Historiker Valentin Groebner denkt über das Schreiben nach, das Geschriebenhaben, über gebliebene und verschwundene (Privat)Archive. Um das Erinnern und das Vergessen in einem grundsätzlicheren Sinn geht es bei Martin Sabrow. Mounir Zahran setzt seine Berichte aus Beirut fort. Was es mit dem Hass auf sich hat, ist in einem geisteshistorischen Streifzug von Jens Soentgen zu erfahren. Und Martin Kohlrausch sieht sich beim Blick auf Trump an das Caligula-Buch des Historikers Ludwig Quidde erinnert, der es damals allerdings auf Wilhelm II. abgesehen hatte.
ESSAY
Samira Akbarian
Gnade
Moritz Rudolph
Freundliche Theorie.
Wie können wir habermasianischer als Habermas sein?
Erol M. Boran
Mein Jüdisches Paradox
KRITIK
Jan-Werner Müller
Trump 2.0-Notate
Johannes Geck
Anarchofaschismus reloaded
MARGINALIEN
Valentin Groebner
Im Eleganzpanzer
Martin Sabrow
Erinnern oder vergessen?
Mounir Zahran
Beirut again and forever
Jens Soentgen
Hass
Martin Kohlrausch
Cäsarenwahnsinn als Skandal.
Ludwig Quidde und die Erfahrung eines disruptiven Autoritarismus
Christian Demand, Jg. 1960, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010).
Christian Demand ist Herausgeber des MERKUR.
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