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Description
Beim Blick auf die Ideologien des Silicon Valley stellt Dan Zimmer fest, dass alte Rechts/links-Schemata von einer neuen Zentraldifferenz überlagert werden: der zwischen jenen, die in Technologien die Zukunft sehen, und jenen, die als Ökologen auf die Schonung des Lebens setzen. Petra Gehring konstatiert: Das System wissenschaftlichen Publizierens ist längst dysfunktional. Leider versprechen aus ihrer Sicht auch die neuesten Rettungsversuche ("Diamond Access") mehr, als sie halten können. Auch wenn es lange so schien: Museen können nicht immer weiterwachsen. Und so fragt Matthias Noell: Wie kann das Nichtwachsen konkret aussehen, als Abreißen, Umbauen, Verkleinern, Entsammeln?
Die Stadt Liverpool und die Region Merseyside sind ein exemplarischer Fall: für den Aufstieg und dann den Niedergang erst der imperialen, dann der Industriemacht Großbritannien. Florence Sutcliffe-Braithwaite zeichnet diese Geschichte in ihrem Rezensionsessay nach. Über die Konjunkturen der Einsamkeit als universelles Gefühl im Lauf der Zeiten schreibt Lothar Müller.
Aus eigener Anschauung schildert Kerstin Holm die immer heftigeren Restriktionen in der russischen Kulturpolitik. Alexander Blankenagel wiederum hat die alles andere als erfreuliche Entwicklung des russischen Rechtssystems seit den neunziger Jahren erlebt und berichtet davon. Wie die Bibliothek eines Baby-Boomers typischerweise aussehen kann, stellt Heinz Bude vor Augen. Und Christoph Paret begegnet beim Spaziergang einem Hund namens Hoffnung.
ESSAY
Dan Zimmer
Das Leben selbst.
Ein neuer politischer Kompass
Petra Gehring
Shining Diamond?
Zum Publizieren bei Bibliotheken als Ausweg aus der Krise des wissenschaftlichen Publikationssystems
Matthias Noell
Sammeln, bauen.
Weitersammeln, weiterbauen?
KRITIK
Florence Sutcliffe-Braithwaite
Liverpool.
Geschichte eines Niedergangs
Lothar Müller
Paradoxien der Einsamkeit.
Ein Zwischenruf
MARGINALIEN
Kerstin Holm
Boom und Zerstörung.
Russlands Kulturpolitik im Zeichen des Ukrainefeldzugs
Alexander Blankenagel
Zum Elend der Juristen und des Rechts in Russland
Heinz Bude
Die Bibliotheken der Boomer
Christoph Paret
Hoffnung, bei Fuß!
Philosophischer Parcours für finstere Zeiten
Christian Demand, Jg. 1960, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010).
Christian Demand ist Herausgeber des MERKUR.
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