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Description
Lässt sich anhand ökonomischer Klauseln in römischen Friedensverträgen der Kaiserzeit und Spätantike eine intentional verankerte Außenwirtschaftspolitik des Römischen Reichs nachweisen? Um diese Frage zu beantworten, untersucht Matthias Happach Vertragswerke an der westlichen und östlichen Grenze des Limes. Er betrachtet Verträge als flexible, historisch wandelbare Instrumente, setzt einen neuen Definitionsrahmen (unter anderem mit Einbezug der Neuen Institutionenökonomik) für ökonomische Klauseln und römische völkerrechtliche Verträge und ordnet sie in ihren historischen, kulturellen und politischen Kontext ein. Seine Analyse zeigt, dass das Römische Reich eine gezielte, an einzelne Vertragspartner angepasste Außenwirtschaftspolitik verfolgte, die auf einem fundierten Verständnis regionaler Handelsbeziehungen beruhte, mit deutlichen Unterschieden zwischen Ost- und Westgrenzen. Im Sinne der »New Military History« analysiert die Studie die ökonomischen Folgen militärischer Gewalt und vertieft das Verständnis der römischen Außenwirtschaftspolitik erheblich. Inhalt
1. Einleitung, Standortbestimmung und die zentrale Hypothese der Untersuchung
2. Der Versuch einer Definition für ökonomische Klauseln in römischen Friedensverträgen der Kaiserzeit und Spätantike
3. Zur völkerrechtlichen Definition von Friedensverträgen während der Römischen Kaiserzeit und Spätantike
4. Die Definition von Außenpolitik in der Antike und deren Einordnung in Bezug auf einzelne Theorien
4.1 Der Versuch einer Definition und Einordnung von Außenpolitik und außenpolitischen Prozessen in der Antike
4.2 Der Versuch einer theoretischen Einordnung der römischen Außenpolitik im Rahmen einzelner Theorien mit speziellem Bezug auf die Antike
5. Die römischen Außenwirtschaftsbeziehungen während der Kaiserzeit und Spätantike
5.1 Die Art und Weise der wirtschaftlichen Verbindungen und ihre Rahmenbedingungen jenseits der Grenzen des Römischen Reiches im Westen und Osten unter Einbezug der NIÖ
5.3 Der Osten und Südosten - Fokus: Das Partherreich, Sasanidenreich und Armenien
6. Zum Wesen und der Organisation der staatenähnlichen Gebilde, welche als Teil von römischen Friedensverträgen agieren
6.1 Die Germanen als heterogen gestaffelte Vertragspartner einer situationsbedingten Realpolitik des Römischen Reiches
6.2 Das Parther- und Sasanidenreich als »homogenere« (Staats-)Konstrukte und Vertragspartner
7. Die westliche Limesgrenze - Das Römische Reich und seine Friedensverträge mit germanischen Stämmen und den Sarmaten zwischen dem 2. und 6. Jhd. n. Chr.
7.1 Der Friede mit den Dakern (102-106 n. Chr.)
7.2 Die Markomannenverträge des 2. Jhd. n. Chr.
7.3 Die Quaden- und Sarmatenverträge des 4. Jhd. n. Chr.
7.4 Die Gotenverträge des 4. Jhd. n. Chr.
7.5 Schwindende Souveränität, Ansiedlungsverträge und die Vandalen als Vertragspartner für West- und Ostrom im 4. bis 6. Jhd. n. Chr.
8. Die östliche Limesgrenze - Das Parther- und Sasanidenreich als Kontrahent und Partner in römischen Friedensverträgen und Handelsbeziehungen während dem 2. bis 6. Jhd. n. Chr.
8.1 Der Partherkrieg Trajans (114-117 n. Chr.)
8.2 Der Partherkrieg des Lucius Verus (161-166 n. Chr.)
8.3 Die Partherkriege des Septimius Severus (194-199 n. Chr.)
8.4 Der Friedensvertrag zwischen dem Römischen Reich und dem Partherreich unter der Herrschaft von Macrinus und Artabanos IV. (218 n. Chr.)
8.5 Der Friedenvertrag zwischen dem Römischen Reich und dem Sasanidenreich unter der Herrschaft von Philippus Arabs und Shapur I. (244 n. Chr.)
8.6 Der Friedensvertrag (?) zwischen dem Römischen Reich und dem Sasanidenreich unter der Herrschaft von Diocletian und Bahram II. (287/288 n. Chr.)
8.7 Der Friedensvertrag von Nisibis (298/9 n. Chr.)
5.2 Der Westen und Nordwesten - Fokus: Die Germanen
8.8 Der Friedensvertrag zwischen dem Römischen Reich und dem Sasanidenreich unter der Herrschaft von Jovian und Shapur II. (363 n. Chr.)
8.9 Der Friedensvertrag zwischen dem Oströmischen Reich und dem Sasanidenreich unter der Herrschaft von Theodosius II. und Bahram V. (422/441/2 n. Chr.)
8.10 Der »Ewige Friede« von 532 n. Chr.
8.11 Der Friedensvertrag zwischen dem Oströmischen Reich und dem Sasanidenreich unter der Herrschaft von Justinian und Xusro I. (562 n. Chr.)
9. Die römisch-sasanidischen Beziehungen und Verbindungen
9.1 Die römisch-sasanidischen Beziehungen gegen Ende der Spätantike und der Friedensvertrag von 591 n. Chr.
9.2 Religion als grundlegender Faktor für die römisch-sasanidischen Beziehungen, ökonomische Verbindungen und Friedensverträge
10. Sonderpunkt: Die Hunnen als völkerrechtlicher Maßstab für die Instrumentalisierung von ökonomischen Klauseln in Friedensverträgen
10.1 Die römisch-hunnischen Friedensverträge von 430, 434 und 447 n. Chr. und ihre ökonomischen Klauseln
10.2 Ein Gedankenspiel: Tributzahlungen zwischen sesshaften und nomadischen Gesellschaften Matthias Happach studierte Historische Kulturwissenschaften und Geschichte an der Universität Passau.
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