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Professoren werden selten als Väter wahrgenommen, geschweige denn als Väter, die Probleme haben, die wissenschaftliche Karriere mit ihrer Vaterrolle zu vereinbaren. An der Universität zählen uneingeschränkter Einsatz, Mobilität und überdurchschnittliche Leistung. Professoren, die engagierte Väter sein wollen, empfinden ihr Leben zwischen Familie und Beruf daher oft als schwierigen Balanceakt. Mit großer Offenheit berichten Professoren aus Deutschland und der Schweiz über ihre Berufs- und Familienbiografien. Und sie machen Vorschläge,wie Hochschulen familienfreundlicher gestaltet werden können. Die persönlichen Interviews sind aber auch ein Appell an die Kollegen, das eigene Vatersein an der Hochschule zu thematisieren und damit das Bild des Wissenschaftlers und Professors zu emanzipieren. Inhalt Vorwort Professoren als Väter: Befunde und Fragestellungen Julia Reuter/Günther Vedder "Man ist manchmal ein bisschen in der Beobachterrolle" Axel Haunschild "Der Beruf war mein Hobby" Bernd Hamm "Die Gesellschaft tut sich offensichtlich noch schwer mit der Entwicklung eines neuen Rollensystems" Christian Leumann Wissenschaftliche und private Flugbahnen: die unplanbare Vereinbarkeit von Familie und Beruf Christian Suter "Das System nimmt keine Rücksicht darauf, dass Kinder ein Normalfall sein könnten" Christoph Antweiler "Wir haben das ganz gut gemanagt" Dieter Sadowski "Es bleiben nach wie vor 80 Prozent an den Frauen hängen" Eckhard Knappe "Uns hat es sicherlich erleichtert, dass meine Frau keine festen beruflichen Karriereabsichten hatte" Gerhard Krieger "Dass es auch für einen Vater eine doppelte Belastung sein kann, Beruf und Familie zu vereinbaren, fällt unter den Tisch" Gregor Bachmann "Alle haben Email, um jederzeit den Papa erreichen zu können" Helmut Schauer "Ein Zölibatärer hat ganz andere Ausgangsbedingungen" Joachim Theis "Die Abwesenheit gehört zur Karriere dazu" Karl Hölz "Eigentlich ist das der ideale Beruf, um Kinder zu haben" Lukas Clemens "Wenn man um 17 Uhr zu Hause ist, ist das in meinen Augen früh" Markus Artz "Ich fand immer die Familie dufte" Michael Albrecht "Männer sollten ihren Umgang mit Kindern stärker kultivieren" Norbert Platz "Das Vatersein bereichert meine Lehre" Sebastian Harnisch "Wenn man sich eine familienfreundliche Situation schafft, dann faulenzt man" Wolf-Andreas Liebert "Für das Kind zu sorgen, habe ich als Erholung empfunden" Wolfgang Göbel "Ich werde auch als Pater angeredet, das bedeutet ja Vater" Wolfgang Ockenfels Schluss Vaterschaft und Professur - Männerbiographien zwischen Familie und Wissenschaft Brigitte Liebig Nachwort "Auch Väter haben es nicht (immer) leicht": Moderne Dilemmata der Männlichkeit Walter Hollstein Julia Reuter ist Professorin für Erziehungs- und Kultursoziologie an der Universität zu Köln und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen zu sozialen Ungleichheiten im Bildungssystem. "Die Offenheit der Befragten ist unbedingt zu honorieren, zumal sie mit ihren Stellungnahmen Einblicke in einen privaten Bereich zulassen, der meist unter Verschluss gehalten wird. Auch ermöglicht die Vielseitigkeit der Situationen - die interviewten Professoren haben entweder kleine, pubertierende, jugendliche oder bereits erwachsene Kinder und sie leben entweder mit ihren Familien zusammen, pendeln zwischen Arbeits- und Wohnort oder leben gar dauerhaft in einem anderen Land als Frau und Kinder - einen für die Knappheit der vorliegenden Untersuchung doch umfangreichen Einblick in die Situation von professoralen Vätern." (nachaufnahmen, 15.02.2009)



