Description
Die europäische Wirtschaft sah sich Ende des 19. Jahrhunderts rasanten Globalisierungsprozessen ausgesetzt, die die politische und soziale Ordnung unter Druck setzten und zu einer Schaffung nationaler Institutionen der Regulierung von Arbeit und Wirtschaft führten. Der Band untersucht anhand von Fragen des Arbeitsrechts, der industriellen Beziehungen, der Beobachtung der Wirtschaft, der Sozialpolitik, der Berufsbildung, der Unternehmensorganisation und der Produktion ausgewählter nationaler Güter, wie in Frankreich und Deutschland die Nation und der Nationalstaat zum Rahmen der Organisation von Arbeit gemacht wurden. Gleichzeitig hinterfragen die Autoren, inwieweit solche nationalen Formen heute einerseits ein Hindernis, andererseits aber auch eine Ressource bei der möglichen Schaffung europäischer Regulierungsformen angesichts der aktuellen Globalisierung darstellen. Jacques Delors
Vorwort
Claude Didry, Peter Wagner und Bénédicte Zimmermann
Einleitung
Die Nation als Ressource für die Organisierung von Praktiken
Peter Wagner
Einleitung
Angelo Pichierri
Der Staat und regionale ökonomische Identitäten.
Claude Didry und Peter Wagner
Transformation des europäischen Kapitalismus:
Der Erste Weltkrieg und die Nationalisierung der Wirtschaft in Frankreich und Deutschland
J. Adam Tooze
Die Erfassung der wirtschaftlichen Tätigkeit:
Zur Geschichte der Wirtschaftsstatistik in Frankreich und Deutschland 1914-1950
Ulrich Mückenberger und Alain Supiot
Ordre public social und Gemeinschaft:
Zwei Kulturen des Arbeitsrechts
Jürgen Schriewer und Klaus Harney
Beruflichkeit versus culture technique:
Zu einer Soziogenese arbeitsbezogener Semantik
Krise des Liberalismus und Begründungsmuster für kollektives Handeln
Bénédicte Zimmermann
Einleitung
Didier Renard
Das Fürsorge- und das Versicherungsprinzip in der französischen Sozialpolitik:
Von einer grundsätzlichen Opposition zur Koexistenz
Sandrine Kott
Der deutsche Sozialstaat im neunzehnten Jahrhundert:
Konservatives Modell, liberale Inspiration und Praktiken
Sabine Rudischhauser
Fairer Lohn und freier Wettbewerb:
Nachfrage der öffentlichen Hand und Entstehung eines nationalen Arbeitsmarktes 1890-1914
Heidrun Homburg
Die soziale Selbstbestimmung und der moderne Interventionsstaat:
Der Tarifvertrag in Deutschland 1890-1933
Bénédicte Zimmermann
Arbeitslosigkeit um die Jahrhundertwende:
Zwei Formen der statistischen Konstruktion einer nationalen Kategorie
Qualitäten und Qualifikationen:
Die Wirksamkeit von Konventionen in der Arbeitssituation
Claude Didry
Einleitung
Alain Dewerpe
Der französische Stil: Das Passagierschiff als Repräsentant der Nation 1900-1935
Mikael Hård und Andreas Knie
"Stile" oder "Sprachen" in der Technik? Orthodoxer und pragmatischer Dieselmotorenbau
Normand Filion
Kriterien der Bewertung: Tugend und Disziplin in Personalbewertungssystemen französischer und deutscher Großunternehmen 1975-1995
Robert Salais
Nationale wirtschaftliche Identitäten und Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und Deutschland
Zu den Autoren Peter Wagner ist Professor für Soziologie an der Universität Trient. Er war zuvor Professor für Politik- und Gesellschaftstheorie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz, Professor für Soziologie an der Universität Warwick, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sowie Gastwissenschaftler u.a. an der Ecole des hautes études en sciences sociales in Paris, dem Swedish Collegium for Advanced Study in Uppsala, dem Institute for Advanced Study in Princeton und der University of California in Berkeley.



