Description
Der Arm ist völlig gesund. Aber das Gehirn weigert sich absolut, ihn als Teil des eigenen Körpers zu kartografieren, was zu einem unerträglichen Amputationsdrang führt. Es ist eines der verstörendsten Syndrome der gesamten klinischen Neuropsychiatrie. Patienten mit Body Integrity Identity Disorder (BIID) oder Apotemnophilie besitzen einen vollkommen gesunden, funktionierenden Körper. Dennoch empfinden sie einen quälenden, lebenslangen und unerträglichen Drang, sich eine völlig gesunde Gliedmaße - meist ein Bein oder einen Arm - amputieren zu lassen.Dieses Verlangen entspringt nicht aus Masochismus oder der Suche nach Aufmerksamkeit. Es ist ein gravierender neurologischer Defekt im rechten Scheitellappen des Gehirns. In der neuronalen Landkarte, die unser Gehirn von unserem Körper zeichnet (dem somatosensorischen Kortex), ist dieses spezifische Bein schlichtweg nicht eingezeichnet. Das Gehirn nimmt das gesunde Bein als fremdartiges, monströses Anhängsel wahr, das zwanghaft entfernt werden muss, um die "wahre" Identität wiederherzustellen.Dieses Fachbuch durchleuchtet die brutale Realität von Patienten, die sich heimlich Gliedmaßen abfrieren oder unter Züge werfen, weil Chirurgen gesunde Beine nicht amputieren dürfen.Konfrontieren Sie die dunkelste Fehlfunktion des Gehirns. Verstehen Sie das absolute Leid einer Psyche, die im falschen, zu intakten Körper gefangen ist.



