Description
War der Ritter eine historische Figur - oder eine kulturelle Konstruktion, die bis heute fortwirkt? War der Ritter eine historische Figur - oder eine kulturelle Konstruktion, die bis heute fortwirkt? Zwischen fränkischem Panzerreiter des 8. Jahrhunderts und spätmittelalterlicher Turnierinszenierung liegt kein geradliniger Weg, sondern ein Prozess der Verdichtung. Aus militärischer Notwendigkeit formte sich eine Elite, aus dieser Elite ein Verhaltenskodex, aus dem Kodex ein Ideal. Der Ritter war zunächst Beruf: bewaffneter Dienst zu Pferd, gebunden an Lehen, Disziplin und Gefolgschaft. Erst später wurde er zur moralischen Figur, deren Tugenden - Tapferkeit, Loyalität, Ehre - weit über das Schlachtfeld hinaus Geltung beanspruchten.Dieses Buch folgt nicht der glänzenden Oberfläche von Rüstung und Helm, sondern den Bedingungen ihrer Existenz. Es fragt nach Gewicht und Material, nach Pflegeaufwand und Abhängigkeiten, nach Ausbildung, Ordnung und Selbstbindung. Welche sozialen und technischen Voraussetzungen machten das Rittertum möglich? Wie wurde aus funktionaler Notwendigkeit ein normativer Maßstab? Und weshalb überlebte das Ideal den Beruf, der es hervorgebracht hatte?'Die Erfindung des Ritters' zeichnet die Entstehung einer Figur nach, die weniger Person als Projektionsfläche ist. Der Blick richtet sich auf die Mechanismen der Verklärung ebenso wie auf die Routinen des Alltags. So entsteht das Bild einer Erfindung, die nicht im Mythos beginnt, sondern in der Praxis - und gerade deshalb eine erstaunliche Dauer entfaltet. Lutz Spilker wurde am 17.2. des Jahres 1955 in Duisburg geboren.Bevor er zum Schreiben von Büchern und Dokumentationen fand, verließen bisher unzählige Kurzgeschichten, Kolumnen und Versdichtungen seine Feder.In seinen Veröffentlichungen befasst sich Lutz Spilker vorrangig mit dem menschlichen Bewusstsein und der damit verbundenen Wahrnehmung. Ihn fasziniert die Tatsache, dass zu jeder weiteren Sekunde neue Erkenntnisse existieren.»Ich liebe die Sprache: Sie vermag zu streicheln, zu liebkosen und zu Tränen zu rühren. Doch sie kann ebenso stachelig sein, wie der Dorn einer Rose und mit nur einem Hieb zerschmettern.«



