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Description
Piratenkodizes regelten Beuteverteilung und demokratische Abstimmungen - eine Ordnung, die auf Handelsschiffen undenkbar war, wo Kapitäne absolute Gewalt ausübten. Piraterie war keine romantische Rebellion - sie entstand aus Ausbeutung, gescheiterten Karrieren und dem Zusammenbruch sozialer Sicherheit im kolonialen Atlantik. Dieser Band folgt den Lebensläufen jener, die sich der Handels- und Kriegsmarine verweigerten: entlaufene Sklaven, desertierte Soldaten, arbeitslose Seeleute und politische Flüchtlinge, die auf Piratenschiffen eine brutale, aber selbstbestimmte Alternative fanden. Auf Grundlage von Prozessakten, Schiffsprotokollen, kolonialen Berichten und überlieferten Piratenkodizes wird sichtbar, wie diese Gemeinschaften organisiert waren, wen sie angriffen und warum Imperien massiv gegen sie vorgingen. Die Perspektive richtet sich auf die systemischen Bedingungen: ausbeuterische Arbeitsverhältnisse zur See, koloniale Wirtschaftsmonopole und die Frage, wer als Verbrecher galt und wer als legitimer Akteur. Ein Einblick in eine Epoche, in der Piraterie zur Reaktion auf koloniale Gewalt wurde - und ihre Niederschlagung zur Sicherung imperialer Kontrolle.



