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Description
Eine Converso-Familie in Toledo hütete 1490 das Geheimnis, dass die Großmutter freitags noch Kerzen anzündete-eine Geste, die drei Generationen gefährdete. Die Spanische Inquisition war mehr als dramatische Autodafés-sie war ein ausgeklügeltes Kontrollsystem, das über Jahrhunderte religiöse Orthodoxie durchsetzte und gesellschaftliche Konformität erzwang. Dieses Buch untersucht, wie die Institution funktionierte: Denunziationsnetzwerke, Verhörmethoden, juristische Verfahren und die wirtschaftliche Dimension durch Vermögenskonfiszierung. Es zeigt, wie religiöse Verfolgung politische Macht festigte und soziale Hierarchien absicherte.Auf Basis von Inquisitionsakten, Zeugenaussagen, Verhörprotokollen und Briefen verfolgter Familien rekonstruiert die Darstellung konkrete Schicksale: Conversos-zum Christentum konvertierte Juden-unter ständigem Verdacht heimlicher jüdischer Praktiken, Morisken nach der Zwangskonvertierung, Protestanten, Mystiker und Personen, die der Hexerei beschuldigt wurden. Die Narrative zeigen den Alltag unter Überwachung: Nachbarn beobachteten einander, harmlose Handlungen wurden zu Beweisen umgedeutet, Familien zerbrachen durch Denunziationen.Das Buch korrigiert sowohl Verharmlosungen als auch Übertreibungen: Die Todesrate war niedriger als bei weltlichen Gerichten der Zeit, aber die psychologische Gewalt, soziale Ausgrenzung und ökonomische Vernichtung trafen Tausende. Es beleuchtet regionale Unterschiede-Aragon versus Kastilien, städtische versus ländliche Praxis-und zeigt, wie die Institution sich veränderte: von primär antijüdischer Verfolgung hin zu Kontrolle von Moral und Meinung. Die Darstellung macht verständlich, wie religiöse Autorität mit staatlicher Macht verschmolz und ein Klima des Misstrauens drei Jahrhunderte prägte.



