Description
Seine Verse wurden als Vorhersagen von Kriegen, Katastrophen und Umbrüchen gelesen - und immer wieder neu aktualisiert Michel de Nostredame, bekannt als Nostradamus, gilt bis heute als Inbegriff des Propheten. Seine Verse wurden als Vorhersagen von Kriegen, Katastrophen und Umbrüchen gelesen - und immer wieder neu aktualisiert. Doch was, wenn die anhaltende Wirkung weniger auf prophetischer Treffsicherheit beruht als auf einer besonderen Form von Textgestaltung? Dieses Buch rückt den Blick weg von der Frage nach der Wahrheit einzelner Prophezeiungen und hin zu den Bedingungen ihrer dauerhaften Wirksamkeit.Im Zentrum steht nicht der Mythos, sondern seine Konstruktion. Die berühmte Unschärfe der Texte, ihre metaphorische Dichte und zeitliche Offenheit erweisen sich dabei nicht als Mangel, sondern als funktionales Prinzip. Sie machen Nostradamus zugleich schwer angreifbar und dauerhaft anschlussfähig. Das Buch zeigt, weshalb seine Schriften weder eindeutig widerlegt noch eindeutig bestätigt werden konnten - und warum sie gerade deshalb über Jahrhunderte hinweg gelesen, gedeutet und umgedeutet wurden.'Die Erfindung des Nostradamus' versteht den Propheten als kulturgeschichtliches Phänomen: als Schnittstelle zwischen Unsicherheit, Deutungsbedürfnis und narrativer Verdichtung. Das Buch fragt, warum Gesellschaften in Krisenzeiten immer wieder auf solche Figuren zurückgreifen, welche Rolle Mehrdeutigkeit für Autorität spielt und wie aus Texten Projektionen werden. Nicht als Entlarvung, sondern als präzise Analyse einer Figur, die weniger die Zukunft beschrieb als die menschliche Art, Zukunft zu denken. Lutz Spilker wurde am 17.2. des Jahres 1955 in Duisburg geboren.Bevor er zum Schreiben von Büchern und Dokumentationen fand, verließen bisher unzählige Kurzgeschichten, Kolumnen und Versdichtungen seine Feder.In seinen Veröffentlichungen befasst sich Lutz Spilker vorrangig mit dem menschlichen Bewusstsein und der damit verbundenen Wahrnehmung. Ihn fasziniert die Tatsache, dass zu jeder weiteren Sekunde neue Erkenntnisse existieren.»Ich liebe die Sprache: Sie vermag zu streicheln, zu liebkosen und zu Tränen zu rühren. Doch sie kann ebenso stachelig sein, wie der Dorn einer Rose und mit nur einem Hieb zerschmettern.«



