Description
Menny fragt nach nationalen Selbst- und Fremdbildern, sowie nach der Rolle, die das mittelalterliche Sepharad für das offizielle Gedächtnis spielt. Der Tod Francos im Jahr 1975 bedeutete für die spanisch-jüdische Geschichte keine Zäsur, so die These. Zur staatlichen Haltung gegenüber der jüdischen Minderheit im Franquismus und der Demokratie. Die Erinnerung an das historische Sepharad und vor allem an die trikulturelle convivencia auf der mittelalterlichen Iberischen Halbinsel stehen derzeit in Spanien hoch im Kurs, verweisen sie doch scheinbar auf eine jahrhundertelange Tradition der Toleranz und Demokratie.Anna Lena Menny beleuchtet verschiedene Facetten der staatlichen Haltung gegenüber der jüdischen Minderheit und dem jüdischen Erbe. Sie fragt nach Kontinuitäten und Brüchen innerhalb des Untersuchungszeitraumes vom Franquismus bis in die Demokratie und arbeitet die enge Verschränkung von Erinnerungs-, Religions- und Außenpolitik heraus. Dabei ist eine zentrale These, dass der Tod des spanischen Diktators Franco im Jahr 1975 für die spanisch-jüdische Geschichte keine einschneidende Zäsur bedeutete.
Dr. phil. Anna Lena Menny ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg.



