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Description
Psyche beginnt nicht in Beziehung oder Sprache, sondern in der leiblichen Orientierung im Raum. Das Konzept des "Raumkörpers" zeigt, warum Angst, Depression oder Trauma als Störungen von Weite, Grenze und Halt zu verstehen sind. Die Psyche beginnt nicht im Kopf - sondern im Raum. Peter Geißler unternimmt in seinem Buch eine grundlegende Neuvermessung psychotherapeutischen Denkens. Ausgehend von der These, dass Psyche nicht primär in Beziehung, Sprache oder Bedeutung entsteht, sondern in der leiblichen Orientierung im Raum, entwickelt es mit dem Begriff des Raumkörpers ein präzises Theorieinstrument. Der Raumkörper bezeichnet die jeweils gelebte Gestalt des Selbst im Raum - als Weite oder Enge, Halt oder Verlust, Öffnung oder Rückzug. Auf dieser Grundlage werden zentrale klinische Phänomene neu lesbar: Angst als Raumkontraktion, Depression als Verlust innerer Weite, Trauma als Zusammenbruch räumlicher Ordnung. Das Buch verbindet phänomenologische, entwicklungspsychologische, neurobiologische und psychodynamische Perspektiven zu einer kohärenten Raumtheorie der Psyche. Dabei geht es nicht um eine zusätzliche Methode, sondern um eine Verschiebung des Ausgangspunkts: therapeutische Veränderung beginnt dort, wo Orientierung möglich wird und der Körper wieder einen bewohnbaren Raum findet. Beziehung, Affekt und Bedeutung erscheinen in dieser Perspektive nicht entwertet, sondern räumlich fundiert. Dr. med. Dr. phil. Peter Geißler, Arzt, Psychologe, Sachverständiger, Psychoanalytiker und Lehranalytiker, ist Lektor an der Wiener Sigmund Freud Privatuniversität und Veranstalter des Wiener Symposiums "Psychoanalyse und Körper".



