Description
Die Autoren befassen sich in international vergleichender Perspektive mit geheimpolizeilichen Berichten über die Bevölkerungsstimmung in kommunistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Berichte der Geheimpolizei über Bevölkerungsstimmungen in Diktaturen im 20. Jahrhundert Was denkt die eigene Bevölkerung? Welche Themen und welche Probleme bewegen das Volk? Welche Meinungen haben die Menschen von der politischen Elite? Diese Fragen beschäftigen die Regierenden von jeher. Während in pluralistischen Gesellschaften die Medien oder Umfragen solche Fragen beantworten können, müssen die Herrschenden in Diktaturen andere Wege gehen, um sich ein Bild von der Bevölkerungsstimmung zu machen. Dabei greifen sie auch auf nachrichtendienstliche bzw. geheimpolizeiliche Methoden zurück. Stimmungsberichte von Inlandsgeheimdiensten zählten daher in Diktaturen zu den wichtigsten Informationsquellen der Staats- und Parteiführungen. Dies galt auch für die DDR, in der das Ministerium für Staatssicherheit die SED-Führung regelmäßig über die Stimmung im Land unterrichtete. Der vorliegende Band stellt diese Stimmungsberichte in den breiteren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Neben den Informationen des DDR-Staatssicherheitsdienstes behandeln die Beiträge auch Stimmungsberichte aus anderen kommunistischen Diktaturen wie der Sowjetunion, Bulgarien, China oder der CSSR. Dabei geht es in synchroner wie in diachroner Perspektive um die Inhalte der Berichte, ihren Aussagewert, ihre Entstehungsbedingungen sowie ihre Rezeption durch die jeweilige politische Führung.
Dr. Bernd Florath ist Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU und Mitglied der Robert-Havemann-Gesellschaft.
Dr. Roger Engelmann ist Forschungsprojektleiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU.
Lukasz Kaminski ist stellv. Leiter des Büros für öffentliche Bildung am Institut für Nationales Gedenken (IPN), Warschau.
Dr. Ronny Heidenreich ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Vermittlung und Forschung des Stasi-Unterlagen-Archivs im Bundesarchiv.Dr. Jens Gieseke ist Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam.
Prof. Dr. Daniela Münkel ist Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung des Stasi-Unterlagen-Archivs im Bundesarchiv.Dr. Henrik Bispinck ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilun Bildung und Forschung des BStU.



