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- > 20th century (1914-1955/49)
Description
In ihrer wissenschaftsgeschichtlich, praxeologischen Studie betrachtet Malin S. Wilckens das Sammeln und Vergleichen menschlicher Schädel dreier zentraler vergleichender Anatomen: Johann Friedrich Blumenbach, Samuel George Morton und Paul Broca. Dabei wird eine gewisse Kontingenz der 'Rassen'-Theorien deutlich - das Sammeln beeinflusste das Vergleichen und die Klassifikation. Verschiedene Wissenspraktiken förderten den "Erfolg" von 'Rassen'-Theorien: Die spätaufklärerisch-koloniale Praxis der Schädelforschung ging in eine imperiale und später nationale Wissensproduktion über, die bis in heutige Rassismen wirkt. Nutzten Anatomen den 'Rasse'-Begriff zunächst für kontinentale Menschengruppen, wurde er im 19. Jahrhundert für regionale Gruppen und zur binnenkontinentalen Differenzierung eingesetzt. Beide Fokusse bedingten eine asymmetrische Beziehung Zentraleuropas und der USA mit anderen Teilen der Welt. Das globale Sammeln menschlicher Schädel beeinflusste maßgeblich die 'Rasse'-Klassifikationen. Welche Praktiken führten zu den anthropologischen 'Rassen'-Theorien der Vergleichenden Anatomie in Europa und den USA im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert? In welchem Wechselverhältnis standen sie zu globalen Dynamiken? Die 'Rassen'-Theorien des Langen 19. Jahrhunderts etablierten eine globale Ordnung der Menschen, die sich erst richtig verstehen lässt, wenn die Sammel- und Vergleichsprozesse menschlicher Schädel aufeinander bezogen und transnational untersucht werden. In ihrer global- und wissenschaftsgeschichtlich ausgerichteten praxeologischen Mikrostudie zum wissenschaftlichen Rassismus betrachtet Malin S. Wilckens das Sammeln und Vergleichen menschlicher Schädel dreier zentraler vergleichender Anatomen: Johann Friedrich Blumenbach, Samuel George Morton und Paul Broca. Dabei wird eine gewisse Kontingenz der 'Rassen'-Theorien' deutlich - das globale Sammeln von Schädeln beeinflusste das Vergleichen und somit die Klassifikation. Der Schädel als Sitz des Gehirns wurde zum maßgeblichen Differenzkriterium der naturgeschichtlichen Klassifikationen.Verschiedene Wissenspraktiken förderten den "Erfolg" von 'Rassen'-Theorien: Die spätaufklärerisch-koloniale Praxis der Schädelforschung ging in eine imperiale und später nationale Wissensproduktion über, die bis in heutige Rassismen wirkt. Nutzten Anatomen und Anthropologen den 'Rasse'-Begriff zunächst für kontinentale Menschengruppen, wurde er im 19. Jahrhundert zunehmend für regionale Menschengruppen und zur binnenkontinentalen Differenzierung eingesetzt. Beide Fokusse standen in engem Zusammenhang mit kolonial-imperialen Deutungen und bedingten eine asymmetrische Beziehung Zentraleuropas und der USA mit anderen Teilen der Welt. Dr. Malin Sonja Wilckens ist wissenschaftliche Mitarbeiterin/Postdoc am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz.



