Description
Die Studie untersucht erstmals die Geschichte der Gerichtsverfahren um Sozialleistungen seit den 1920er-Jahren als wesentlichen Faktor für die Entwicklung der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland. Gerichtsverfahren um Sozialleistungen haben die Geschichte des Wohlfahrtstaates in Deutschland geprägt. Jährlich klagen in Deutschland tausende Menschen auf Sozialleistungen - das Klagen vor dem Sozialgericht ist ein fester Bestandteil des deutschen Sozialstaates. In der Forschung zur Geschichte der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland wurden Gerichte bislang jedoch kaum beachtet. Helge Jonas Pösche geht erstmals der Geschichte der Gerichtsverfahren um Sozialleistungen nach und untersucht Klagen auf Leistungen von Sozialhilfe und Arbeitslosenversicherung vor Sozial- bzw. Verwaltungsgerichten seit den 1920er-Jahren, über drei politische Systeme hinweg - Weimarer Republik, NS-Staat und Bundesrepublik. Die Studie zeigt den prägenden Einfluss der Klägerinnen und Kläger sowie der Gerichtsentscheidungen auf die Entwicklung des deutschen Wohlfahrtstaates im 20. Jahrhundert. Die Verfahrensakten erlauben zudem einen einmaligen Einblick in die unterschiedlichen moralischen Argumente, mit denen Bürgerinnen und Bürger im Zeitverlauf ihren Anspruch auf Sozialleistungen begründeten. Helge Jonas Pösche ist Historiker und lebt in Berlin.
Dr. Gunilla Budde ist Professorin für Deutsche und Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und Vizepräsidentin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Prof. Dr. Christina Morina ist Professorin für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld.Prof. Dr. Paul Nolte ist Professor für Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin.
Dr. Alexander Nützenadel ist Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin.
Prof. Dr. Kiran Klaus Patel ist Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.


