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Description
»Man muß die Gesellschaft verändern!« - Diese Parole aus alter Zeit ist nach wie vor aktuell, denn die heutige Gesellschaft ist voller Härte und Zumutungen. Um diese Veränderung zu ermöglichen, sollte man aber vielleicht erst einmal versuchen, den Begriff »Gesellschaft« zu verändern und den Riß zwischen der Praxis der Soziologie, der Theorie der Politik und des Glaubens an die Idee der Gesellschaft zu schließen. Um einen Ausweg aus dieser Krise zu finden, sollte - so die provokative These dieses Buchs - diese Spannung bis zum äußersten ausgereizt werden.Bruno Latour, der die etablierten Grenzen zwischen Wissenschaft, Kultur, Technik und Natur eingerissen hat, unterscheidet zwei unterschiedliche Konzepte von Gesellschaft. Das eine betrachtet »Gesellschaft« als eine unveränderliche abstrakte Entität, die ihren Schatten auf andere Bereiche wirft: auf die Wirtschaft, das Recht, die Wissenschaft etc. Für das andere ist »Gesellschaft« notwendig instabil: eine unerwartete Verbindung von ganz unterschiedlichen Akteuren, die die Gewißheit, einer gemeinsamen Welt anzugehören, in Frage stellen. Die Analyse dieser Verbindung ist nach Bruno Latour Aufgabe der Soziologie. Einleitung: Wie kann man die Aufgabe wiederaufnehmen, den Spuren der Assoziationen zu folgen?
Die Entfaltung von Kontroversen über die soziale Welt
Einführung in Teil I: Was sich aus Kontroversen lernen läßt
Erste Quelle der Unbestimmtheit: Keine Gruppen, nur Gruppenbildungen
Zweite Quelle der Unbestimmtheit: Handeln wird aufgehoben
Dritte Quelle der Unbestimmtheit: Welche Aktion für welche Objekte?
Vierte Quelle der Unbestimmtheit: Unbestreitbare Tatsachen versus umstrittene Tatsachen
Fünfte Quelle der Unbestimmtheit: Das Verfassen riskanter Berichte
Was tun mit der Akteur-Netzwerk-Theorie? Zwischenspiel in Form eines Dialogs
Wie kann man Assoziationen wieder nachzeichenbar machen?
Einführung in Teil II: Warum das Soziale so schwer nachzuzeichnen ist
Wie kann man das Soziale flach halten?
Erster Schritt: das Globale lokalisieren
Zweiter Schritt: das Lokale neu verteilen
Dritter Schritt: Orte verknüpfen
Schluß: Von der Gesellschaft zum Kollektiv - Kann das Soziale neu versammelt werden?
Bruno Latour, geboren 1947 in Beaune, Burgund, Sohn einer Winzerfamilie. Studium der Philosophie und Anthropologie. Bruno Latour war Professor am Sciences Politiques Paris. Für sein umfangreiches Werk hat er zahlreiche Preise und Ehrungen erhalten, darunter den Siegfried Unseld Preis und den Holberg-Preis. Latour verstarb am 09. Oktober 2022 in Paris.
Gustav Roßler studierte Philosophie, Soziologie und Psychologie in Berlin und Paris. Er ist als Autor und als Übersetzer französischer Texte in den Bereichen Philosophie und Soziologie tätig.
»Beeindruckend ist, wie Latour auf eine Beschreibung des Sozialen drängt, die nicht länger von der Gesellschaft, sondern von Individuen ausgeht.« Ludger Heidbrink DIE ZEIT


