Gedichte (Bibliothek Suhrkamp)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783518241189

Description

Die aus dem Kärntner Lavanttal stammende Christine Habering (1915 - 1973) ist als Christine Lavant zu einer der großen Dichterinnen deutscher Sprache geworden. Thomas Bernhards Auswahl gilt dem elementaren »Zeugnis eines von allen guten Geistern mißbrauchten Menschen als große Dichtung, die in der Welt noch nicht so, wie sie es verdient, bekannt ist«.

Während ich, Betrübte, schreibe
An jeden Knochen meines Rückgrats stellt
Du weißt nicht, wie das mühsam ist
Über so hauchdünnen Schlaf
Dieser Vogel verpfeift dich nie wieder!
Ich habe dich in meinen Zorn getaucht!
Du hast mich aus aller Freude geholt
Wo treibt mein Elend sich herum?
Meine Schwäche geht mit mir um
Schildkröte, Schlange und goldenes Schwert!
So eine kopflose Nacht!
Der Südwind rührt sich im Wald
Die Fremde aß des Gegengottes Haar
Aus solchen Tagen wird wohl kein Leben
Ich will das Brot mit den Irren teilen
Auch der Mond müßte brechen in so einer Nacht
Stern, geh jetzt heim, mir zittert schon die Hand
Wenn du mich einläßt, bevor deine Hähne erwachen
Verschüttet von schwarzen und roten Gebirgen
Der Mond nimmt zu und heilt sich aus
Ja, Herr, ich glaube an Doppelwisser!
Was mir vom ganzen Denken blieb
Hole von allen Gedächtnisstätten
Vergiß dein Pfuschwerk, Schöpfer!
Hol den Apfel aus der Schale
Zwischen den vielen Stunden der Zeit
Trotzdem der Himmel ein Bleisarg wird
Verschriener Tod, für mich bist du so schön!
Jag doch den Stern mir fort
Die Schläfen füllen sich mit Föhn
Nun hast du auch mein Unglück noch verlegt
Hinter meiner Rippenfalle
Herz, löse hier den Hausstand auf
Was zeigst du mir dein Muttermal?
Blutrache haust in dem gelobten Land
Erlaube mir traurig zu sein
In den Ohren Glockenglöppel
Oft verliere ich mitten am Tage
Ich bin lau und ausgespieen
Wenn du mich heimsuchen willst
Baum in der Sonne, ohne Nest und Blatt
Auf allen Stufen meines Leibes haust
Ein Viertel Schlaf, drei Viertel Angst
Mit dem Schweiß, der auch aus Steinen bricht
Mein Schatten kann über Wasser gehen
Traurigkeit hat mir die Lichter vertauscht
Ich habe deinen und meinen Schatten
Nur des Schlafes wilder Nebenzweig
So eine wildfremde Sonne!
Mit leisem Gelächter
Mein Augenlicht ist nichts mehr wert
Du mit, für mich, verriegeltem Mund
Wo ist mein Anteil, Herr, am Licht?
Ganz erblinden will ich, lieber Herr
Hast du meine Mutter erstickt?
Es riecht nach Weltenuntergang
Hinfällig starre ich ins Rad der Zeit
Im Geruch der frühen Früchte
Hilf mir, Sonne, denn ich bin fast blind!
Ob hier schon jemand vor mir ging?
Den Halbmond überm Herzen
Wenn es die Amsel nicht war, war es die Agelaster
Mir ist es oft, als ob die Erde sich
Erde, wenn du zwei Lippen hättest
Untertänig ziehn die Sterne
Dieser Abend dumpf wie mein Gehirn
Hilf meinem dumpfen Denken nach
Diese Nacht war ein Wolf
Sind das wohl Menschen? - Wie man das vergißt!
Du hast die Landschaft zwischen uns verändert
Das Zittern in meiner Handwurzel kommt
Daß ich dem Mond mein Gemüt überließ
Des Nachbars Perlhuhn schreit wie eine Uhr
Drei Blicke von meinen Augen entfernt
Mein Schlaf ist ins Wasser gegangen
Ich will allen Kränkungen gut in die Augen schaun
Zerschlage die Glocke in meinem Gehör
Noch tanzt die verzauberte Zehe
Ich will vom Leiden endlich alles wissen!
Notiz von Thomas Bernhard Lavant, ChristineDie aus dem Kärntner Lavanttal stammende Christine Habernig (1915-1973) ist als Christine Lavant zu einer der großen Dichterinnen deutscher Sprache geworden. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Trakl-Preis und dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

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