pech & blende : Gedichte | Georg-Büchner-Preis 2023 (edition suhrkamp) (8. Aufl.)

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pech & blende : Gedichte | Georg-Büchner-Preis 2023 (edition suhrkamp) (8. Aufl.)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783518121610

Description

In einer gehärteten Sprache außerhalb aller Moden sucht Lutz Seiler nach dem Essentiellen, nach den Spuren unseres Herkommens. Seine Gedichte rufen die dunklen Seiten unseres Daseins auf, graben tief im Vergangenen, legen dessen Schichten frei.

Lutz Seilers Gedichte sind »Erkundungen der Kindheitslandschaften zwischen Abraumhalden und paramilitärischen Formierungen, sie überzeugen durch ihre Intensität der sinnlichen Ausdruckskraft und ihre vielschichtige Bilderwelt. Seine ganz eigene, suggestive Stimme eröffnet einen glaubwürdigen poetischen Raum, wie er in der Gegenwartsdichtung selten zu finden ist«, heißt es in der Begründung zur Verleihung des Kranichsteiner Literaturpreises 1999 an den Autor.

mechanik der bildwelt
latrine
es gab eine verwandtschaft unserer häuser
fin de siècle
grossraum berlin, ein
haldenglühn
kölnisch wasser schere licht
felizettis garten
zusammen gefasst
im osten, lisa rothe
was bleibt bleibt
an der trift
der sechste schwarze blaue august
doch gut war
berliner zimmer
im osten der länder
pech & blende
wo warst du, gagarin
mein jahrgang, dreiundsechzig, jene
potjomkins dorf
wanzen
hirn toten sonntag
durchs gebirge, durch die steppe zog
wir grüssten stets wir gaben antwort
grasland
mein schmuck, mein schiff, mein stoffturnbeutel
im felderlatein
gera
moosbrand
sonntags dachte ich an gott
bols ballerina
vierzehn geboren / name / geschlecht
ein uhr mittags auf den türmen
schmalhans
die poesie ist mein schiesshund
müde bin ich
neunzehnhundertreisen
nachts, unter den geräuschen
schwarz afrika, im knie, im
der frau für den mann
weltbürger
fast noch im frost, doch
castlegregory / co. kerry
was sein muss muss
good evening kap
gravitation
neunundsechzig, altes jahrhundert Lutz Seiler (geboren 1963) wuchs in Ostthüringen auf. Sein Heimatdorf Culmitzsch wurde 1968 für den Uranbergbau geschleift. In Gera schloss er eine Lehre als Baufacharbeiter ab und arbeitete als Zimmermann und Maurer. Während seiner Armeezeit begann er sich für Literatur zu interessieren und selbst zu schreiben. Bis Anfang 1990 studierte er Geschichte und Germanistik an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). 1990 ging Seiler nach Berlin, wo er einige Jahre als Kellner arbeitete. Längere Auslandsaufenthalte in Rom, Los Angeles und Paris. Seit 1997 leitet er das literarische Programm im Peter-Huchel-Haus bei Potsdam. Seiler lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau in Wilhelmshorst und Stockholm.
Von 1993 bis 1998 war Seiler Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift moosbrand. Er schrieb zunächst vor allem Gedichte (fünf Gedichtsammlungen sind erschienen) und Essays, später auch Erzählungen und Romane. Für die Erzählung Turksib wurde Seiler 2007 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für sein Romandebüt Kruso erhielt er 2014 den Deutschen Buchpreis. Der Roman wurde in 25 Sprachen übersetzt, mehrfach für das Theater adaptiert und von der UFA verfilmt. Sein zweiter Roman Stern 111 wurde 2020 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Im August 2021 erschien der Gedichtband schrift für blinde riesen. 2023 wird Lutz Seiler mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. »Seilers Kunst ist dies Dazwischen, das ein Geheimnis bleibt, solange es einem nicht gelingt, die Gedichte 'begehbar' zu machen, sie als Evokationen zu lesen, als gedämpfte Schläge an eine innere Glocke und Aufforderung, sich als Ameise durch die eigenen Schallbezirke zu bewegen.« Martin Ahrends DIE ZEIT 20001116

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