Praktische Vernunft. Zur Theorie des Handelns (edition suhrkamp) (11. Aufl.)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783518119853

Description

Pierre Bourdieu umreißt im vorliegenden Band seine theoretischen Grundannahmen, die zugleich auch immer aus der Praxis des konkreten Forschungsprozesses erwachsende und sich an ihr zu bewährende Prinzipien sind. Bei der Analyse u. a. des sozialen und des symbolischen Raums, der Soziologie des Kunstwerks, der Staatsbürokratie und in der Diskussion mit den Positionen »strukturalistischer« Philosophen, mit den Ansätzen von Strawson, Austin, Wittgenstein und Kripke wie klassischer Philosophen, erweist sich Pierre Bourdieu einmal mehr als ein »Philosoph wider Willen«, der wesentliche philosophische Probleme nicht nur neu formuliert, sondern sie auch einer neuartigen Lösung zuführt.

Vorwort
1. Sozialer Raum, symbolischer Raum
Das Reale ist relational
Die Logik der Klassen
Anhang: Die »sowjetische« Variante und das politische Kapital
2. Das neue Kapital
Das Bildungswesen, ein Maxwellscher Dämon?
Kunst oder Geld?
Anhang: Sozialer Raum und Feld der Macht
3. Für eine Wissenschaft von den kulturellen Werken
Das Werk als Text
Die Rückführung auf den Kontext
Der literarische Mikrokosmos
Stellungen und Stellungnahmen
Das Feld des Fin de siecle
Der Geschichts-Sinn
Dispositionen und Verläufe
Anhang 1: Die biographische Illusion
Anhang 2: Der doppelte Bruch
4. Staatsgeist. Genese und Struktur des bürokratischen Felds
Radikaler Zweifel
Kapitalkonzentration
Das symbolische Kapital
Die staatliche Konstruktion des Geistes
Die Monopolisierung des Monopols
Anhang: Familiensinn
5. Ist interessenfreies Handeln möglich?
Die Investition
Gegen den Utilitarisrnus
Interessenfreiheit als Leidenschaft
Die Verallgemeinerungsprofite
6. Die Ökonomie der symbolischen Güter
Gabe und do ut des
Die symbolische Alchimie
Die Anerkennung
Das Tabu der Berechnung
Reine Kunst und kommerzielle Kunst
Das Lachen der Bischöfe
Anhang: Ein Wort zur Ökonomie der Kirche
7. Die scholastische Sicht
Ernsthaft spielen
Die Theorie der theoretischen Sicht
Das Privileg des Allgemeinen
Logische Notwendigkeit und sozialer Zwang
Über eine paradoxe Grundlage der Moral Bourdieu, PierrePierre Bourdieu, am 1. August 1930 in Denguin (Pyrénées Atlantiques) geboren, besuchte dort das Lycée de Pau und wechselte 1948 an das berühmte Lycée Louis-le-Grand nach Paris. Nachdem er die Eliteschule der École Normale Supérieure durchlaufen hatte, folgte eine außergewöhnliche akademische Karriere. Von 1958 bis 1960 war er Assistent an der Faculté des lettres in Algier, wechselte dann nach Paris und Lille und wurde 1964 Professor an der École Pratique des Hautes Études en Sciences Sociales. Im selben Jahr begann er, die Reihe Le sens commun beim Verlag Éditions de Minuit herauszugeben und erhielt einen Lehrauftrag an der Ècole Normale Supérieure. Es folgten Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in Princeton und am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Seit 1975 gibt er die Forschungsreihe Actes de la recherche en sciences sociales heraus. 1982 folgte schließlich die Berufung an das Collège de France. 1993 erhielt er die höchste akademische Auszeichnung, die in Frankreich vergeben wird, die Médaille d'or des Centre National de Recherche Scientifique. 1997 wurde ihm der Ernst-Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen verliehen.In seinen ersten ethnologischen Arbeiten untersuchte Bourdieu die Gesellschaft der Kabylen in Algerien. Die in der empirischen ethnologischen Forschung gemachten Erfahrungen bildeten die Grundlage für seine 1972 vorgelegte Esquisse d'une théorie de la pratique (dt. Entwurf einer Theorie der Praxis, 1979). In seinem wohl bekanntesten Buch La distinction (1979, dt. Die feinen Unterschiede, 1982) analysiert Bourdieu wie Gewohnheiten, Freizeitbeschäftigungen, und Schönheitsideale dazu benutzt werden, das Klassenbewußtsein auszudrücken und zu reproduzieren. An zahlreichen Beispielen zeigt Bourdieu, wie sich Gruppen auf subtile Weise durch die feinen Unterschiede in Konsum und Gestus von der jeweils niedrigeren Klasse abgrenzen. Mit Le sens pratique (dt. Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, 1987) folgte 1980 eine ausführliche Reflexion über die konkreten Bedingungen der Wissenschaft, in der Bourdieu das Verhältnis von Theorie und Praxis neu zu denken versucht. Ziel dieser Analysen ist es, die »Objektivierung zu objektivieren« und einen Fortschritt der Erkenntnis in der Sozialwissenschaft dadurch zu ermöglichen, daß sie ihre praktischen Bedingungen kritisch hinterfragt.Seit dem Beginn der 90er Jahre engagiert sich Bourdieu für eine demokratische Kontrolle ökonomischer Prozesse. 1993 rief er zur Gründung einer »Internationalen der Intellektuellen« auf, deren Ziel darin besteht, das Prestige und die Kompetenz im Kampf gegen Globalisierung und die Macht der Finanzmärkte in die Waagschale zu werfen. Die im selben Jahr gegründete Zeitschrift Liber soll dazu ein unabhängiges Forum bieten. Seine politischen Aktivitäten zielen darauf ab, eine Versammlung der "Sozialstände in Europa" einzuberufen, die den europäischen Einigungsprozeß kontrollieren und begleiten soll.Pierre Bourdieu stirbt am 23. Januar 2002 in Paris.

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