Description
Diese technikhistorische Studie zum Strukturwandel des staatlichen Handelns in der Schweiz rekonstruiert, wie der Einsatz von Computern und Datenbanken in den Verwaltungen seit 1960 neue politische Handlungsmöglichkeiten eröffnete und zugleich die Komplexität des Verwaltungshandelns erheblich steigerte. Ricky Wichum untersucht fünf Aushandlungszonen der staatlichen Informatik - Time-Sharing, Einwohnerdatenbanken, Information, AHV-Nummer und Datenschutz -, in denen an einer rechnergestützten Verwaltungswirklichkeit gearbeitet wurde. Im Mittelpunkt steht die Informatikforschung der ETH Zürich, die sich in den 1970er Jahren als wissenschaftliche Disziplin etablierte und ihre Expertise in die Problemlagen der digitalen Verwaltung einbrachte. Sie orientierte ihr Computerwissen an der Tradition bürokratischer Datenverarbeitung und experimentierte mit dem Föderalismus als Ordnungsmodell für vernetzte Datenbanken, um die Autonomie digitaler Systeme und ihrer Nutzer zu steigern. Ricky Wichum ist Soziologe und aktuell Fellow am Käte Hamburger Kolleg "Cultures of Research" (RWTH Aachen). Davor lehrte er an der Professur für Technikgeschichte der ETH Zürich und war u.a. Visiting Scholar am Center for Science, Technology, Medicine & Society an der University of California, Berkeley. Er forscht zur Geschichte des Electronic Government, zum Supercomputing und der Versicherheitlichung von Infrastrukturen.



