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Description
Wie Mutter-Sein und Kinderlosigkeit bewertet werden und welche Entfaltungsräume sich dadurch für Frauen ergeben, unterliegt kulturspezifischen Normen. Dass sich diese Normen wandeln, spiegelt sich bereits in antiken religiösen Texten. In zwei Hauptbeiträgen, denen die gemeinsame Antrittsvorlesung an der Universität Würzburg zugrunde liegt, analysieren Veronika Bachmann und Johanna Brankaer biblische und spätantike Quellen, die um ein paradox erscheinendes Frauenbild kreisen: kinderlose Mütter. Während der bibelwissenschaftliche Beitrag Verschiebungen in der Einordnung von Mutter-Sein und Kinderlosigkeit in deuterokanonischen Schriften nachgeht, untersucht der kirchengeschichtliche Beitrag Mutterschaft im spätantiken asketischen Diskurs. Den zwei verschriftlichten Vorträgen folgt eine Edition, Übersetzung und Kommentierung zweier anonym überlieferter Briefe spätantiker Christinnen. Im Vergleich zu kirchlich tradierten Schriften, die für Frauen das Ideal einer spirituellen Schwangerschaft hochhalten und damit Leiblichkeit abwerten, vermitteln diese Briefe alternative Perspektiven, bei denen sich spirituelles und leibliches Gebären nicht gegenseitig ausschließen. Veronika Bachmann, Professorin für Biblische Einleitung und biblische Hilfswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Johanna Brankaer, Professorin für Kirchengeschichte des Altertums und Patrologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg



