Description
(Short description)
Kriminelle Organisationen mit italienischen Wurzeln agieren längst erfolgreich in Deutschland. Der Gesetzgeber hat dem »Phänomen Mafia« bislang jedoch wenig Beachtung geschenkt. In der Praxis wird auf 129 StGB zurückgegriffen, welcher jedoch primär politisch motivierte Kriminalität erfasst. Die Autorin vergleicht die deutsche Anti-OK-Gesetzgebung mit dem italienischen Recht und prüft, ob letzteres als Vorbild dienen kann. Zudem bringt Carai eigene praxisnahe Reformvorschläge ein.
(Text)
Dass kriminelle Organisationen mit italienischen Wurzeln Deutschland als Operationsgebiet entdeckt haben, ist längst kein Geheimnis mehr. Der deutsche Gesetzgeber hat auf die Besonderheiten mafiöser Strukturen bislang nicht explizit reagiert. Notgedrungen greift die Praxis vor allem auf den allgemeinen Straftatbestand des 129 StGB zurück. Dieser ist historisch bedingt jedoch auf politisch motivierte Kriminalität zugeschnitten und erfasst moderne Wirtschaftskriminalität nur unzureichend. In ihrem Rechtsvergleich nimmt die Autorin die Besonderheiten der italienischen Anti-Mafia-Gesetzgebung in den Blick. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit das italienische Rechtssystem, das seit den 1980er Jahren detaillierte Regelungen zur Strafbarkeit mafiöser Vereinigungen enthält, zum Vorbild für die deutsche Strafverfolgung werden kann. Bei ihren Ausführungen begnügt sich Carai nicht mit theoretischen Überlegungen, sondern unterbreitet auch eigene Reformvorschläge.
(Table of content)
A. EinführungB. Organisierte Kriminalität in Deutschland und der WeltBegriffsbestimmung - Die Mafia: Eine OK-Sonderform - Organisierte Kriminalität und Terrorismus: Unterschiede und Gemeinsamkeiten - Bekämpfung Organisierter Kriminalität in der PraxisC. Der aktuelle 129 StGBEntstehungsgeschichte - Ausgestaltung - Die kriminellen Vereinigungen des Codice Penale: Unterschiede und Gemeinsamkeiten - Zusammenfassung: Die Stärken und Schwächen des 129 StGBD. Möglichkeiten effektiverer Ausgestaltung der OK-Bekämpfung unter Berücksichtigung des italienischen SystemsPotenzial Italiens als Beispiel für die deutsche Gesetzgebung und Rechtspraxis - Grundlagen der italienischen Rechtsordnung - Italiens Kampf gegen die Mafia - Situation in DeutschlandE. Schlussbetrachtung
(Text)
»The Criminal Liability of Mafia-Type Organizations in Germany. On the Need of a Reform of 129 of the German Criminal Code in the Context of Combating Organized Crime, with a Comparative View of Italian Law«: Criminal organizations with Italian roots have long been active in Germany. Lawmakers have hardly responded. In practice, 129 of the German Criminal Code (StGB) is used, though it mainly targets politically motivated crime. The author compares German anti-organized crime laws with Italian legislation and examines whether the latter could serve as a model. Carai also presents her own practical reform proposals.
(Author portrait)
Mona Lisa Carai studied law with a focus on criminal sciences at the University of Konstanz and at the Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg. She completed internships at an international law firm in Rome and at the German Bundestag. In 2018, she passed the First State Examination. Following her legal clerkship at the Higher Regional Court Munich (with a stage at the Bavarian State Office of Criminal Investigation), she passed the Second State Examination in Law. From 2021 to 2025, she pursued her doctoral studies under Professor Zöller at Ludwig Maximilian University of Munich. Since 2023, she has been working at the Chamber of Industry and Commerce for Munich and Upper Bavaria.



