Description
Das Doppelverfolgungsverbot ist zu einem zentralen Rechtssatz völkerrechtlicher Ordnungen aufgestiegen. 'Ne bis in idem' wirkt dort auf drei Ebenen: als Schutznorm internationaler Menschenrechtsregime, als Zuständigkeitsregulator konkurrierender Strafgewalten sowie als Verfahrensgarantie des Völkerstrafprozessrechts. Ausgehend von prinzipientheoretischen Grundlagen werden diese unterschiedlichen Ausprägungen des Strafklageverbrauchs analysiert und mögliche Rechtsfortbildungstendenzen aufgezeigt. »'Ne bis in idem' and the Principles of International Law«: 'Ne bis in idem' (or the prohibition of double jeopardy) is a core element of various international legal systems. It operates on three levels: as a protective norm of international human rights, as a regulator of competing criminal jurisdictions, and as a procedural guarantee in international criminal law. Based on the normative understandings of the principles of law theory, these very different manifestations are analyzed and possible trends in the development of law are identified. 1. Eine prinzipientheoretische Grundlegung des Rechtssatzes ne bis in idem unter völkerrechtlichen VorzeichenEinleitung und Übersicht über den Gang der Untersuchung - Die Bedeutungsmöglichkeiten des Rechtssatzes ne bis in idem - Der Begriff der Prinzipienordnung des Rechts und seine Bedeutung für ne bis in idem - Völkerrechtliche Rechtsordnungen als Prinzipienordnungen des Rechts - Die vier prinzipienhistorischen Entwicklungsstränge des ne bis in idem - Der ambivalente Prinzipiengehalt des Rechtssatzes ne bis in idem im systeminternen Anwendungsbereich: Objektive Rechtskraft und subjektives Menschenrecht2. Das systeminterne ne bis in idem in der Prinzipienordnung des internationalen Schutzes der MenschenrechteDie Prinzipienordnung des internationalen Menschenrechtsschutzes als Wechselwirkungsverhältnis staatlicher und völkerrechtlicher Rechtsordnungen - Die menschenrechtspositive Ausgestaltung des systeminternen ne bis in idem: Eine vergleichende Analyse staatlicher und völkerrechtlicher Rechtsinstitute3. Das zwischenstaatlich-systemübergreifende ne bis in idem in der Prinzipienordnung des internationalen StrafrechtsInternationales Strafrecht als Regelungssystem horizontaler Strafverfolgungskonkurrenzen - Die rechtspositive Ausgestaltung der zwischenstaatlich-systemübergreifenden Wirkungen des ne bis in idem - Systemübergreifende ne bis in idem-Wirkungen in einem Prinzipienmodell des internationalen Strafrechts4. Ne bis in idem in der Prinzipienordnung des VölkerstrafprozessrechtsDie prinzipiellen und strukturellen Grundlagen des Völkerstrafprozessrechts - Die systeminterne Geltung von ne bis in idem im Völkerstrafprozessrecht - Die vertikal-systemübergreifende Geltung von ne bis in idem im Völkerstrafprozessrecht zwischen internationalen Strafgerichten und ihren Mitgliedstaaten - Die vertikal-systemübergreifende Geltung von ne bis in idem zwischen internationalen Strafgerichten und Nichtmitgliedstaaten - Die horizontale Geltung von ne bis in idem zwischen verschiedenen internationalen Strafgerichten Mathias Kahler studied law in Heidelberg and at Humboldt Universität Berlin between 2007 and 2011. Having obtained a master's degree at Cornell University (Ithaca, N.Y.), Kahler completed his legal clerkship in Berlin and passed his second state examination in 2015. From 2016 to 2021, he worked as a research assistant in the Department of Criminology and Criminal Law under Professor Hoffmann-Holland at Freie Universität Berlin. In 2021 he was admitted to the judicial service of the state of Bremen. Kahler is currently seconded to the Federal Court of Justice as a research assistant to a criminal division.



