Description
Der Autor wählt in seiner Untersuchung einen intradisziplinären Ansatz, der Verfassungs- und Strafrecht verbindet, um für ausgewählte Konflikte das Menschenwürdeargument präzise herauszuarbeiten. Er bedient sich dazu einer Betrachtung der drei Extreme »Rettungstötung«, »Rettungsfolter« sowie »lebenslange Freiheitsstrafe«. Über diese Grenzbereiche des Rechts wird der Leser auf anschauliche Weise an das Wesen von Menschenwürdeschutz im Strafecht herangeführt. »Criminal Law and Human Dignity. Dogmatics and Function of Art. 1 para. 1 GG in the Context of Extreme Situations and Extreme Sanctions«: In his thesis, the author chooses an intradisciplinary approach that combines constitutional and criminal law in order to precisely work out the human dignity argument for selected conflicts. To this end, he uses the three extremes of killing and torturing in order to save others as well as life imprisonment. The reader is introduced to the nature of the protection of human dignity in criminal law through these borderline areas of the law. Teil 1: Problemexposition: Die Menschenwürde als Rechtsbegriff - Das Tabu im (Straf-)RechtTeil 2: Analyse von Extremsituationen und Extremsanktionen - Einfallstore für die Menschenwürde in der StrafrechtsdogmatikKapitel 1: Der Abschuss gekaperter Flugzeuge - RettungstötungHinführung und Konfliktpotential - Die Regelung des LuftSiG im Problemfeld der Rettungstötungen - Der Aufopferungsgedanke als Vorstufe einer Abwägung - Grundlagen des Abwägungsverbots - Das Leben als Höchstwert - Das Urteil des BVerfG zum LuftSiG - Konsequenz für dasStrafrecht - Strafrechtliche Reformulierung des Menschenwürdearguments - Bestandskraft des Menschenwürdearguments in der Extremsituation 9/11Kapitel 2: Die Aussageerzwingung zur Lebensbewahrung - RettungsfolterHinführung und Konfliktpotential - Eine neue Folterdebatte - Dimensionen des Szenarios - Grundlagen des Folterverbots - Die Strafbarkeit der staatlichen Rettungsfolter - Reformulierung des Menschenwürdearguments - Die Strafbarkeit privater FolterhandlungenKapitel 3: Die lebenslange Freiheitsstrafe - Strafe im Angesicht der Menschenwürde: Hinführungund Konfliktpotential - Die Abschaffung der Todesstrafe als Extremsanktion - Einordnung des Menschenwürdearguments - Das Urteil des BVerfG zur lebenslangen Freiheitsstrafe als Ausgangspunkt - Absolutheit der Strafandrohung - Lange Haftdauer und Unbestimmtheit - Lebenslange Freiheitsstrafe als VernichtungsstrafeTeil 3: Synthese der Grenzbereiche des Rechts - Funktionen der Menschenwürde im Strafrecht:Funktion der Menschenwürde bei der Begründung von Strafe - Funktion der Menschenwürde im dreistufigen Deliktsaufbau - Funktion der Menschenwürde bei der Begrenzung von Strafe - Ausblick: Punitivität und Humanisierung des Sanktionensystems Franz-Xaver Lehmeyer studied law at the Ludwig-Maximilians-University Munich with a focus on »Criminal Justice, Criminal Defense, Prevention«. After his legal clerkship at the Higher Regional Court of Munich, he worked as a research assistant at the Chair of German, European and International Criminal Law and Criminal Procedure Law as well as Commercial Criminal Law at the LMU Munich before joining the judiciary in 2021. He initially worked as a judge at Munich Local Court in 2021/2022. The author has been a public prosecutor at the Munich I public prosecutor's office since 2022 - in the department for state security and political criminal matters since 2025.



