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Das gesetzlich Versicherten zustehende Recht auf freie Arztwahl steht in einem Spannungsverhältnis zum Wirtschaftlichkeitsgebot des SGB V. Dieses lässt sich insbesondere darauf zurückführen, dass Haus- und Fachärzte überwiegend direkt aufgesucht und behandelnde Leistungserbringer stets gewechselt werden können. Die Arbeit untersucht vor diesem Hintergrund Reformoptionen, insbesondere die Einführung von (umfassenden) Überweisungsvorbehalten zur Steuerung des Zugangs zur Versorgung. »Containment of the Right to Choose a Doctor on the Basis of the Principle of Economic Efficiency«: The right to free choice of doctor is in tension with the economic efficiency requirement of SGB V. This can be attributed in particular to the fact that general practitioners and specialists can predominantly be consulted directly and treating service providers can always be changed. Against this background, the study examines reform options, in particular the introduction of (comprehensive) referral reservations to control access to care. 1. GrundlagenHistorischer Ursprung - Legitimation des Rechts auf freie Arztwahl - Die freie Arztwahl im System2. Die freie Arztwahl im SGB VUmfang des Rechts auf freie Arztwahl - Verfassungsrechtliche Beurteilung der Arztwahlfreiheit - Ausübung der freien Arztwahl3. Überprüfung der Arztwahlfreiheit am Maßstab des WirtschaftlichkeitsgebotesMaßstabsbildung - Unwirtschaftlichkeit der Leistungserbringung - Ansätze zur Einhegung der arztwahlbedingten Unwirtschaftlichkeit - Konsequenzen der weitreichenden Arztwahlfreiheit4. Entwicklungsperspektiven der Arztwahlfreiheit zur verbesserten Umsetzung des WirtschaftlichkeitsgebotesVergleich zu weiteren leistungserbringerbezogenen Wahlrechten im SGB V - Entwicklungsperspektiven im Rahmen von 76 SGB V - Verfassungsrechtliche Bewertung der Entwicklungsperspektiven - AusblickZusammenfassung der Ergebnisse Nadja Dussel studied law at the Albert-Ludwigs-University Freiburg and the Universidad de Oviedo (Spain) from 2014 to 2020 with a focus on labor and social law. After completing her first state exam, she obtained her doctorate under Prof. Dr. Katharina von Koppenfels-Spies and worked as an academic assistant at the Institute for Commercial Law, Labor and Social Law, Department III: Social Law at the University of Freiburg. She has been a legal trainee at the Hanseatic Higher Regional Court since June 2024. »Mit ihrer fundierten Analyse und dem klaren Plädoyer für eine strukturelle Neuausrichtung der Patientensteuerung leistet Nadja Dussel einen wegweisenden Beitrag zur aktuellen Debatte um eine gerechtere und ressourcenschonendere Gesundheitsversorgung - und zeigt auf, dass Wirtschaftlichkeit und Patientenwohl keine Gegensätze sein müssen, sondern sich durch kluge Systemgestaltung sinnvoll vereinen lassen.« Michael Schanz, in: Rechtsdepesche, Jg. 22, 4/2025



