Description
(Short description)
Obwohl der technische Fortschritt stetig zu neuen Ermittlungsansätzen führt, enthält die Strafprozessordnung kaum Regelungen dazu, wie mit diesen »neuen« Erkenntnismöglichkeiten umzugehen ist. Nicht selten ist unklar, mit welcher Befugnis auf welche Daten von welchem Ort aus zugegriffen werden darf. Die Autorin untersucht am Beispiel der Smart Home-Technologie das bestehende strafprozessuale »Datenzugriffssystem« aus IT-forensischer, verfassungsrechtlicher und strafprozessualer Perspektive.
(Text)
Obwohl die Datenerhebung und -verwertung immer bedeutsamer wird und der unaufhaltsame technische Fortschritt beständig zu neuen Ermittlungsmöglichkeiten führt, finden sich in der deutschen Strafprozessordnung nur vereinzelt Regelungen dazu, wie mit diesen »neuen« Erkenntnismöglichkeiten umzugehen ist. Nicht selten ist unklar, mit welcher Befugnis auf welche Daten von welchem Ort aus zugegriffen werden darf. Am Beispiel der Smart Home-Technologie untersucht die Autorin das bestehende strafprozessuale »Datenzugriffssystem« aus IT-forensischer, verfassungsrechtlicher und strafprozessualer Perspektive. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass zur Gewährleistung des verfassungsrechtlich gebotenen Schutzniveaus eine umfassende Reform der strafprozessualen Datenzugriffsbefugnisse erforderlich ist. Um der Bedeutung der räumlichen Privatsphäre auch im Zeitalter des Smart Home gerecht zu werden, plädiert sie für die Schaffung eines angemessenen Schutzes der virtualisierten räumlichen Privatsphäre.
(Table of content)
1. EinleitungErkenntnisziel - Gang der Untersuchung2. Strafverfolgungsbehördliche Zugriffe auf das Smart HomeDas Phänomen des Smart Home - Faktische und IT-forensische Zugriffsmöglichkeiten auf das Smart Home3. Grundrechtseingriffe durch Datenzugriffe auf das Smart HomeZugriffe auf das Smart Home als Eingriffe in das Wohnungsgrundrecht nach Art. 13 Abs. 1 GG - Schutz vor Smart Home-Zugriffen durch das Fernmeldegeheimnis, Art. 10 Abs. 1 Var. 3 GG - Ausprägungen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts, Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG - Verhältnis betroffener Grundrechte - Ergebnis4. Strafprozessuale Ermächtigungsgrundlagen für Smart Home-ZugriffeAnforderungen an die Verfassungsmäßigkeit von strafprozessualen Eingriffsbefugnissen - Zulässigkeit von sensorischen Wohnraumüberwachungen mittels des Smart Home-Systems? - Zugriffe auf das Smart Home-System - Eckpfeiler einer Reform der Datenzugriffsermächtigungen5. Zusammenfassung
(Text)
»Protecting Virtualised Spatial Privacy. Limitations to Prosecution in the Smart Home«: Although technological progress is constantly leading to new investigative possibilities, the Code of Criminal Procedure contains limited provisions on how to deal with these »new« ways of gaining knowledge. It is often uncertain which data may be accessed from which location based on which authorisation. Using the example of Smart Home technology, the author examines the existing criminal procedural »data access system« from an IT forensic, constitutional and criminal procedural perspective.
(Author portrait)
Christine Untch studied law at the University of Cologne, with a specialisation in international criminal law, criminal procedure law and practice-oriented criminal law. Since 2017, she has been working at the Institute for Foreign and International Criminal Law at the University of Cologne, initially as a student assistant and later on as a research assistant. She received her doctorate in Law at the University of Cologne in 2024. In addition to her work at the University, Christine Untch is currently completing her legal clerkship in the district of the Higher Regional Court of Cologne.



