Description
Das Rechtsinstitut der Befreiung hat sich von einem Instrument der »Randkorrektur« des Planrechts zu einem weitreichenden Flexibilisierungsinstrument entwickelt. Kritiker sehen in diesen gewachsenen Flexibilisierungsspielräumen nicht nur einen Bruch mit dem Wesen des Rechtsinstituts, sondern führen auch verfassungs- und unionsrechtliche Bedenken an. Die Arbeit versucht sich vor diesem Hintergrund an einer grundlegenden Rekonstruktion des Rechtsrahmens für Dispense von bauplanungsrechtlichen Vorgaben. »Flexibilisation of Urban Planning Law. Constitutional and EU Law Scope for Exemptions from Urban Planning Law Provisions«: Once designed to address atypical situations in urban planning law, the legislator has transformed the exemption (Befreiung) into a far-reaching tool to increase flexibility in urban planning law. Critics, however, have repeatedly raised constitutional and EU law concerns against such a far-reaching mandate for deviations from the applicable zoning plans. Against this backdrop, this thesis undertakes a fundamental reconstruction of the legal framework for exemptions from urban planning law provisions. 1. Flexibilisierung bauplanungsrechtlicher VorgabenEinführung wesentlicher Begriffe - Abriss über die Entwicklung des Befreiungswesens - Überblick über das Flexibilisierungsinstrumentarium im Innenbereich - Exkurs: Einzelfallkorrektur nach 15 BauNVO - Ansätze einer Systemverschiebung2. Verfassungsrechtliche Grenzen legislativer GestaltungsspielräumeRechtsnatur des kommunalen Planrechts - Gesetzgebungskompetenz - Rechtsstaatliche Flexibilisierungsschranken - Garantie kommunaler Selbstverwaltung als Flexibilisierungsschranke - Grundrechte als Flexibilisierungsschranken3. Unionsrechtliche Grenzen legislativer GestaltungsspielräumeRichtlinie über die Strategische Umweltprüfung - Rechtsakte ohne Relevanz für das Befreiungswesen Oliver Neuner studied law at Bucerius Law School in Hamburg and at the University of Cambridge (Gonville and Caius College). Following his legal clerkship at the Hanseatic Higher Regional Court (with positions, among others, at the Hamburg Authority for Urban Development and Housing and the Hamburg Higher Administrative Court), he pursued a legal dissertation at the Humboldt-University zu Berlin starting in 2022. Since 2024, he has been working as a lawyer (Rechtsanwalt) specializing in public commercial law at the Hamburg office of an international law firm. »Insgesamt handelt es sich um eine herausragende Dissertation, die das Bauplanungsrecht in seiner verfassungs- und unionsrechtlichen Verankerung neu durchdenkt. Sie wird sich als Referenzwerk für alle künftigen Diskussionen über die Grenzen und Möglichkeiten planerischer Flexibilisierung erweisen - gerade in einer Zeit, in der die Suche nach Beschleunigung leicht die rechtlichen Fundamente zu übersehen droht.« Prof. Dr. Mathias Hellriegel, in: Zeitschrift für das gesamte öffentliche und private Baurecht, 2/2026



