Description
Handlungen haben unterschiedliche Bedeutungen, je nach Kontext und Handelndem. Mit den Delikten ist es nicht anders. Die Rechtsordnung stellt unterschiedliche Anforderung an die Rechtssubjekte, je nach ihrer Position. Die Arbeit untersucht die Erwartungen, die an Sonderstellungen gebunden sind, und ihre Grenzen. Es wird die These vertreten, dass Sonderdelikte als Verstöße gegen Sondernormen zu verstehen sind. Auf dieser Grundlage wird ein Interpretationsschlüssel des 28 StGB vorgeschlagen. »Antinormativity and Imputation in Special Offenses. A Norm-Theoretical Investigation of their Foundation, their Consequences for Participation and their Differentiation from the so called Improper Special Offenses«: Actions have different meanings depending on the context and the actor. It is not different with crimes. The legal system places different demands on legal subjects depending on their position. This work examines the expectations attached to special positions and their limits. It is argued that special offenses are to be understood as violations of special norms. On this basis, an interpretation key of 28 StGB is proposed. 1. Normen als Gründe für Handlungen Verhalten, Handlung und Straftat - Verhaltensnormen und Sanktionsnormen: Normen als Handlungsgründe - Askriptive Regeln: Zurechnung, Pflichtverletzung und Schuld2. Sonderdelikte und SondernormenSonderdelikte als Übertretung von Sondernormen - Paradigmenwechsel: Die Ersetzung des Begriffs der Sonderdelikte für die Einordnung der besonderen persönlichen Merkmale - Pflichtdeliktslehren: Die Verletzung einer Sonderpflicht als täterschaftsbegründendes Kriterium - Die relative Modifizierung des Unrechts wegen der Ausübung einer Sonderrolle - Schlussbemerkungen über die Begründung der Sonderdelikte und den Anwendungsbereich des 28 StGB3. Die Zurechnung der SonderdelikteTäterschaft und Sonderdelikte - Teilnahme und Sonderdelikte - Die Auslegung des 28 Abs. 1 StGB: Begründung, Lockerung oder Strafzumessung4. Die sogenannten unechten SonderdelikteDie theoretische Einordnung der unechten Sonderdelikte: Sonderdelikte oder Qualifikationen von Gemeindelikten? - Die Folgen der Einordnung der unechten Sonderdelikte als Qualifikationen im Allgemeinen - Die Folgen der Einordnung der unechten Sonderdelikte als Qualifikationen im Besonderen: Die Auslegung des 28 Abs. 2 StGB - Das delictum sui generis und dessen Auswirkungen auf die Unterscheidung zwischen unechten und echten Sonderdelikten Felipe Belmar Todorovic, LL.M. is a Chilean law scholar specializing in criminal law and legal theory. He studied law at the Universidad de Chile, where he graduated summa cum laude. Belmar received his LL.M. and doctoral degrees from the University of Hamburg, also summa cum laude. His areas of research include criminal law, general theory of law, the recognition of non-human animals, and the development of artificial intelligence. In his works, Belmar incorporates insights from analytical philosophy and philosophy of languages, especially from the theory of action and the theory of norms.



