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Description
Geschichtsschreibung ist ein konstruktives Unternehmen, das auf ebenfalls bereits konstruierten Dokumentationen des ursprünglichen Geschehens basiert. Deren Urheber sind die ersten, alle folgende Historiographie schon leitenden Geschichtsschreiber. Diesen Sachverhalt zeigt der Band bezüglich des internationalen Geschehens auf, das zur Wiedervereinigung Deutschlands führte. Er erschloss sich aus umfangreichen Studien französischen, britischen, amerikanischen wie auch deutschen und russischen Archivmaterials sowie zahlreichen Interviews mit Akteuren. Die Bedingungen von Geschichtsschreibung ließen sich nachverfolgen und exemplarisch veranschaulichen. »Writing History: An Endeavour of Construction. Six Chapters on the Historiography of Germany's Reunification«: All historiography constructs, as an endeavour that builds upon already existing and equally constructed documentation concerning the original events. The authors of such documentation are the first historians steering all subsequent historiography. This issue is demonstrated with regard to the international process leading to the reunification of Germany, on the basis of an extensive study of French, British, American, German and Russian archival material, and numerous interviews with historical actors. The conditions of historiography could be retraced and illustrated in an exemplary way. Vom Geschehen zur Geschichte: EinleitungVerzeichnis der Protagonisten1. Geschichten vor der GeschichteEs geht um Geschichtsschreibung, und es herrscht Streit - Gekappte Geschichtsschreibung - Verfälschte Geschichtsschreibung2. Das Ereignis Staatskunst: Mit politischen Gestaltungen Geschichte gestaltenGestalt und Gestaltender von Macht - Der französische Präsident François Mitterrand - Die Werkstatt der Weltpolitik - Gestaltung schöpferischer Politik - Charakterstudien3. Re-Konstruktion und De-Konstruktion: Die Konstruktion von Geschichte IVon drei Arten von Quellen - Zeitzeugen - das Problem ist die Erinnerung - Zeitdokumente - das Problem ist die Komposition - Archivalische Dokumente - das Problem ist die Form4. Re-Konstruktion und De-Konstruktion: Die Konstruktion von Geschichte IIErste Betrachtung: die unterhaltsame Seite der Gesprächsprotokolle - Zweite Betrachtung: die Produzenten der Protokolle - Dritte Betrachtung: von den Notizen zur Ausarbeitung - Vierte Betrachtung: Genehmigung der Protokolle - Fünfte Betrachtung: die mentalen Notizen - Sechste Betrachtung: die sprachliche Fassung der Protokolle - Siebte Betrachtung: die Protokolle, die Protagonisten und deren Werke - Achte Betrachtung: dasselbe Gespräch und zwei unterschiedliche Protokolle. Ein Beispiel für zahlreiche andere - Neunte Betrachtung: auch parallel gefasste Notizen von einem Gespräch divergieren schon - Zehnte Betrachtung: die Kunst der Historiographie5. Wessen Geschichte?Aus dem Tagebuch Anatoli Tschernajews: Komplott und Kabale - Die Donquichotterien des Jean- Pierre Chevènement - Jean-Louis Bianco und Pierre Joxe: Emotion und Befangenheit - Valéry Giscard d'Estaing und Margaret Thatcher in London: Kein »machtvolles« Deutschland, aber was dann? - Mitterrands »zweite Tür« - Attali betreibt Außenpolitik auf eigene Faust - Powell und Attali machen gemeinsame Sache - Thatcher und Powell: Mitten im Geschehen in geschichtsnarrativer Gefangenschaft - Wird im historischen Wissen das Geschehen aufgeraut, wird das Narrativ davon geschärft6. Geschichten in der GeschichteWas bringt die Wiedervereinigung: die Bombe oder den Porsche? - Performative Information: Interview mit Hans-Dietrich Genscher - Die Spektatorin und die geheimnisvolle »Eve« - Die Macht im Verborgenen - Der appellierende Gorbatschow - Die »Macht des Kalten Krieges«QuellenArchivalische Quellen - Gedruckte QuellenPersonen- und Sachverzeichnis Tilo Schabert, is Professor emeritus of Political Science at the University of Erlangen; he taught also at the Universities of Munich, Stanford, Bochum, Trier, and Dresden. Research Fellow at Stanford, Harvard and the Australian National University. Senior Heisenberg Research Fellow, German Research Council. Visiting Professor in Lisbon, Perpignan, Paris, Rennes, Salerno, Naples and Beijing. 1995-1996 Secretary General of the International Council for Philosophy and Human Sciences (UNESCO). 2002-2008 Town Councillor of Baierbrunn (County of Munich). 1990-2013 Convener of the Eranos Conferences in the classic format. Honorary Doctorates from the Universities of Perpignan and Rennes. 2005 German-French Parliamentary Price. 2007 Nominated Knight in the French Legion of Honour. »Das Buch von Tilo Schabert - nicht frei von Eitelkeiten, die den Autor als einen den handelnden Persönlichkeiten als ebenbürtig hinstellen sollen - trägt interessante Facetten zu den außenpolitischen Rahmenbedingungen der Wiedervereinigung bei. Doch noch gewichtiger ist der Beitrag zur Quellenkritik. Dieses Buch könnte im geschichtswissenschaftlichen Grundlagenstudium eine großartige Handreichung darstellen, um präzise vorzuführen, wie Quellenkritik konkret gehandhabt aussieht und welche Fehler auch gestandenen Wissenschaftlern selbst unterlaufen können. Daher ist das Buch gleich doppelt bemerkenswert: als empirischer Beitrag zur Wiedervereinigungsforschung und als beispielhafte und lehrreiche Quellenkritik.« Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, in: Historische Zeitschrift, Bd. 322, 1/2026 »Der mehr erzählende, denn streng analysierende Autor zeichnet zwar den atemberaubenden Prozess der Wiedervereinigung akribisch und mit zum Teil kriminalistischem Spürsinn anhand der akteursbezogenen Dokumente nach [...] und lässt die im Rahmen der 2+4-Verhandlungen zum Greifen nahe Furcht vor einem »deutschen Europa« eindrucksvoll lebendig werden [...]. Für solche und ähnliche Anregungen, wie für das gesamte Buch müsste eigentlich auch die professionelle Geschichtswissenschaft dankbar sein!« Dr. Michael Fuchs, in: Zeitschrift für Politik, 6/2023 »Der Autor ist einer der besten Kenner zum Thema Frankreich und die deutsche Einigung. In sechs Kapiteln fächert er sein komplexes Forschungsgebiet auf, die sein Werk ertragreich und lesenswert machen. [...] Fasst man Schaberts detailversessene Forschungen hinsichtlich Befürwortern und Förderern bzw. Gegnern und Verhinderern der deutschen Einigung zusammen, so ist ihm sehr zu folgen, dass das letztgültige Ergebnis keineswegs zu erwarten, geschweige denn ausgemachte Sache war.[...]« Prof. Dr. Michael Gehler, in: Jahrbuch Politisches Denken, Band 33/2023



