Description
Der in Bioethik und Medizin wurzelnde Diskurs um ein sogenanntes Recht auf Nichtwissen des Patienten gewinnt nunmehr auch auf (gesundheits-)rechtlicher Ebene erheblich an Bedeutung. In einer systematischen Aufarbeitung der Thematik aus juristischer Perspektive ordnet die Autorin das Recht auf Nichtwissen in seinen völkervertraglichen, verfassungs- und einfachrechtlichen Kontext ein und entwickelt Lösungsansätze für seine praktische Handhabung im Arzt-Patienten-Verhältnis. »The Right not to know in Healthcare. The Conflict between Patient Autonomy and Medical Ethos«: The discourse on a patient's right not to know, which is based in the areas of bioethics and medicine, is rapidly gaining considerable importance on the level of (health) law. In a systematic review of the topic from a legal perspective, the author puts the right not to know into its - national and international - legal context and develops an approach for its legally binding implementation into the treatment contract between doctor and patient. 1. Grundlegender Klärungsbedarf und rechtliche Spannungsfelder2. Biomedizinrechtliche Herleitung des Rechts auf Nichtwissen3. Dogmatische Herleitung des Rechts auf Nichtwissen4. Weitere verfassungsrechtliche Güter des Patienten5. Recht auf Nichtwissen und Grundrechte Dritter6. Recht auf Nichtwissen und Behandlungsvertragsrecht7. Recht auf Nichtwissen im Gendiagnostikgesetz8. Ärztliches Berufsrecht und Recht auf Nichtwissen9. Verstöße gegen das Recht auf Nichtwissen und ihre Sanktionierung10. Zusammenfassung der ErgebnisseLiteratur- und Sachwortverzeichnis Annabel C. Joschko graduated from law school in Bonn in 2018 (first state exam), followed by successfully completing a Master's program specializing in medical law at the Heinrich-Heine-University in Düsseldorf (LL.M.) in 2019. She successfully completed her PhD in the area of health law in 2021. She completed her legal traineeship, which included positions at major international law firms in the healthcare, life sciences and pharmaceutical sectors, with the second state law examination at the end of 2021. »Nicht gerade selten setzen sich juristische Dissertationen mit umstrittenen rechtlichen oder gesellschaftlichen Fragen auseinander. Dass jedoch eine Dissertation gleich eine Vielzahl solcher Fragen thematisiert und sich couragiert gegenüber überkommenen Ein- und Feststellungen positioniert, kommt eher selten vor. Schon deshalb ist die Arbeit von Annabel C. Joschko zu loben. Aber auch die Präzision und Überzeugungskraft Ihrer Gedankenführung machen die Untersuchung zu einer herausragenden Arbeit.« Franz Knieps, in: Gesundheits- und Soziaöpolitik, Heft 3/2022



