Description
Mit dem »Gnadenschuss« an Schwerstverwundeten in bewaffneten Konflikten behandelt diese Arbeit einen Bereich der aktiven Sterbehilfe, der bisher kaum Beachtung gefunden hat. Ausgehend von einer umfassenden Darstellung historischer Fälle und unter Berücksichtigung der maßgeblichen Regeln des humanitären Völkerrechts erfolgt eine Prüfung solcher »Gnadenschuss-Fälle« nach den einschlägigen Tatbeständen des StGB und VStGB sowie die Erarbeitung einer eigenen Lösung über den rechtfertigenden Notstand. »Mercy Killing on the Battlefield. On Active Euthanasia in Extreme Combat Situations«: With the »mercy killing« of severely wounded soldiers in armed conflicts, this dissertation covers an area of active euthanasia that has received almost no attention to date. Based on a comprehensive presentation of historical cases, and taking into account the applicable rules of international humanitarian law, this study examines such »mercy killing« cases under the relevant provisions of the German Criminal Code (StGB) and the German Code of Crimes against International Law (VStGB). A. Einleitung und Problemdarstellung: Einleitung - Sterbehilfe als rechtliches Problem - Sterbehilfe im militärischen Kontext - Zu untersuchende FallkonstellationenB. Vorfragen und strafrechtliche Besonderheiten im Kontext militärischer Operationen:Anwendbarkeit des deutschen Strafrechts auf »Gnadenschuss«-Fälle - Der Schutz Verwundeter durch das humanitäre Völkerrecht - Strafbarkeit nach StGB oder VStGB - Zuständigkeit des IStGHC. Fall 1: Tötung auf Verlangen: Denkbare Lösungsansätze - Eigene Lösung: 34 StGB beim verlangten »Gnadenschuss« - Ergebnis zu Fall 1D. Fall 2: Tötung ohne ausdrückliches Verlangen: Überprüfung denkbarer Lösungsansätze - Eigene Lösung: 34 StGB - Ergebnis zu Fall 2E. Einzelprobleme und Sonderkonstellationen: Unterlassungsstrafbarkeit - Pflicht zum »Gnadenschuss«? - Fehlende Rechtfertigungselemente und Irrtümer - Der »Gnadenschuss« im Zusammenhang mit der militärischen BefehlsketteF. Exkurs: Triage: Begriff und Verfahren im Überblick - Strafrechtliche Probleme der militärischen Triage - SonderfälleG. Ergebnisse: Zusammenfassung - FazitAnhang: Erläuterung - Tabellarische Aufstellung bekannter »Gnadenschuss«-FälleLiteratur- und Sachwortverzeichnis Dominik Kischko studied law at the University of Bonn. After passing his exam, he wrote his dissertation on a criminal law topic with ties to international humanitarian law. During his doctoral studies, he worked in two international law firms in the field of criminal law and public law. »Diese Monografie leistet durch die ausführliche Behandlung dieses Themenkomplexes und den Bezug auf konkrete Situationen einen wertvollen Beitrag sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis und ist daher all jenen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, wärmstens zu empfehlen. Aber auch für den aus sonstigen Gründen interessierten Leser ist diese Lektüre ein Gewinn.« Magdalena Neuhofer, in: Journal für Strafrecht, 2/2022



