Description
(Short description)
Menschenwürde - das bekannteste Wort aus dem deutschen Recht und das von Menschen unterschiedlichster Auffassungen am meisten eingesetzte Argument in gesellschaftlichen Debatten und alltäglichen Auseinandersetzungen. Jedoch sind Inhalt, Bedeutung und Tragweite der Menschenwürde bis heute nicht geklärt, obwohl neben Debatten über Abtreibung, Gentechnik, Sterbehilfe - insbesondere im sicherheitspolitischen Diskurs - Fälle höchster Gefahr wie Terrorismus und Schwerkriminalität nach Antworten verlangen. Was Menschenwürde genau ist und für einzelne Fälle bedeutet, kann nur in Verbindung mit ihrer langen philosophischen Geschichte und juristischem Wissen geklärt werden.
(Text)
Für eine möglichst wahre Klärung aller Potentiale der Menschenwürde werden nicht nur ihre rechtlichen Gehalte in konsequenter juristischer Auslegung, sondern auch ihre lange philosophische Geschichte und ihre ethisch-theologischen Gehalte ermittelt und sodann anhand realer, praktischer Fälle abgeglichen. Die ubiquitäre Popularität der Menschenwürde und die Interdisziplinarität des Werkes machen seine Vielseitigkeit aus und tragen dazu bei, ein breites Publikum von Sicherheitsexperten, Juristen, Philosophen, Theologen und interessierten Laien anzusprechen. Im Ergebnis werden wesentlich ungleiche, unter dem Topos der Menschenwürde diskutierte Fälle des praktischen Lebens auch differenziert gesehen und es erscheint die grundgesetzliche Menschenwürde als das rechtlich positivierte Medium zwischen Ethik und Recht, dessen Offenheit als Auslegungsprinzip seine Stärke in der juristischen Falllösung vom regelmäßigen Leitgedanken bis hin zum subjektiven Recht entfaltet und selbst die letzte Bastion des wahrhaft Rechtlichen an sich verkörpert.
(Table of content)
1. Teil: Thematische und methodische Grundlagen
Thematische Einführung - Untersuchungsfragestellungen und Methodik
2. Teil: Philosophische Grundlagen der Geistesgeschichte
Natur, Verhältnis und Nutzen von Ethik und Recht - Ideengeschichtliche Implikationen der Menschenwürde - Geistig-materiales Potential und Intersubjektivität. Synthese der Ideengeschichte
3. Teil: Rechtsdogmatische Grundlagen
Zu Berechtigung und Gegenstand der Rechtsdogmatik - Zum allgemeinen normativ-strukturellen Umfeld der Menschenwürde - Allgemeine Auslegungspotentiale zur grundgesetzlichen Menschenwürde - Zur Relevanz der Gewalten im deutschen Rechtsstaat beim Menschenwürdediskurs
4. Teil: Auslegung des grundgesetzlichen Menschenwürdeartikels
Historisch-genetischer Auslegungsansatz - Wortlautauslegung - Systematischer Auslegungsansatz - Auslegung nach dem Sinn und Zweck - Integration der Ansätze zum Prinzip der Menschenwürde: Vorschlag eines generellen Verständnisses der Menschenwürdenorm des Grundgesetzes
5. Teil: Rechtlich-ethische Entscheidungen von Fällen der polizeilichen Praxis
Zur Auswahl der polizeipraktischen Fälle mit Menschenwürderelevanz - Beschreibung der menschenwürderelevanten Entscheidungssituationen - Die Subsumption der Fälle
6. Teil: Würde, Wahrheit und Wesentliches
Literatur- und Sachwortverzeichnis



