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Description
Die modernen Sozialwissenschaften spalten sich in verselbständigte Rationalitäten. Sie verfehlen dabei das gemeinsame Ziel der Vernunft. Die hier vorgelegte Wissenschaftstheorie integriert die spezialisierten Rationalitäten in einen interrationalen Diskurs über Wahrheit, Wert und Gerechtigkeit aller vertretenen Positionen. Jeder wissenschaftliche Diskurs ist so zu verfassen, dass er sämtliche rationalen Positionen aufnimmt, diese aber auf ihre interrationale Vertretbarkeit hin prüft. Die modernen Sozialwissenschaften leiden unter zunehmender Spezialisierung. Die Spaltung des Wissens in verselbständigte Rationalitäten droht die gemeinsame Ausrichtung auf das Ziel der Vernunft zu verlieren. Dabei sollte die Wissenschaft seit der Aufklärung mit ihren modernen Mitteln der Erkenntnis eigentlich zu möglichst vernünftigen Entscheidungen beitragen.Die Autoren verstehen Wissenschaft als methodisch angeleitete Entscheidung über Wissensfragen mit dem Ziel, eine vernünftige Praxis anzuleiten. Wissenschaft ist nicht nur Wahrheitssuche. Sie muss sich auch bei rein deskriptiver Analyse der Wirklichkeit mit den normativen Vernunftdimensionen Wert und Gerechtigkeit auseinandersetzen. Daher soll eine Wissenschaftstheorie entwickelt werden, welche die spezialisierten Rationalitäten in einen interrationalen Diskurs integriert, in welchem über Wahrheit, Wert und Gerechtigkeit aller vertretenen Positionen argumentiert werden kann. Dadurch sollen die blinden Flecken der partikulären Rationalitäten erkannt und die Positionen auf das Ziel eines vernünftigen Ganzen ausgerichtet werden. Zu diesem Zweck ist jeder wissenschaftliche Diskurs so zu verfassen, dass er sämtliche rationalen Positionen aufnimmt, diese aber auf ihre interrationale Vertretbarkeit hin prüft. I. Aufriss: Das Verlangen der Lebenspraxis nach Entscheidungshilfe - wider die Unvernunft der WissenschaftErster Teil: Das Problem der rationalen Spaltung der WissenschaftII. Umschau: Logiken und Geltungsansprüche in ausgewählten SozialwissenschaftenEntscheidungstheorie - Betriebswirtschaftslehre - Ökonomie - Politikwissenschaft - RechtswissenschaftIII. Kritik und Korrekturansatz: Begriffserläuterungen - Zustand und Versagen der heutigen Sozialwissenschaften - Die Methode der Pluralistischen GrundsätzlichkeitZweiter Teil: Das Modell des interrationalen wissenschaftlichen DiskursesIV. Der Gedankengang einer vernunftorientierten wissenschaftlichen EntscheidungslehreV. Richtigkeit als wissenschaftliches Kriterium der Vernunft: Die vernünftige Entscheidung als Notwendigkeit und normative Forderung - Von der vernünftigen zur richtigen wissenschaftlichen Entscheidung VI. Interrationalität als Ziel wissenschaftlicher Vernunft: Interrationalität als Ziel - Von der Rationalität zur Interrationalität VII. Die drei Vernunftdimensionen: Wahrheit, Wert und Gerechtigkeit: Der Wahrheitsanspruch - Der Wertanspruch - Der Gerechtigkeitsanspruch - Weitere Geltungsansprüche?VIII. Integrativer Entscheidungsprozess: Der Entscheidungsprozess über drei Ebenen und drei Dimensionen - Der Übergang von der Beurteilung zur Normierung - Das Verhältnis zwischen Ziel- und Gerechtigkeitsnormierung - Exkurs: Institutionalisierte Normen als äussere Begründungsstruktur des EntscheidungsprozessesIX. Diskurstheorie wissenschaftlicher Entscheidungen: Eine Diskurstheorie richtiger Entscheidungen - Die drei analytischen Teildiskurse: Wahrheits-, Wert- und Gerechtigkeitsdiskurs - Diskursübersetzung und Diskursintegration - Zur Kritik an der DiskurstheorieX. Eine interrationale Verfassung des wissenschaftlichen Diskurses: Voraussetzungen - Die Verfassung des wissenschaftlichen DiskursesXI. FazitXII. SchlusswortLiteraturverzeichnisSachwortverzeichnis Philippe Mastronardi (*5. Juni 1946) promovierte in Bern auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft und arbeitete 20 Jahre lang in den Parlamentsdiensten des Bundes, davon 16 Jahre als Sekretär der Geschäftsprüfungskommissionen der eidgenössischen Räte (parlamentarische Oberaufsicht über Regierung und Verwaltung). Nach seiner Habilitation für Staatstheorie, Staatsrecht und Verwaltungsrecht war er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2011 Ordinarius für Öffentliches Recht an der Universität St. Gallen. Seine Forschungsinteressen gelten den Übergängen zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Seine wichtigsten Publikationen beschlagen das juristische Denken, die Verfassungslehre und die Rechtstheorie. "Es ist den Autoren zu wünschen, dass ihre Gedanken und hehren Ziele auf fruchtbaren Boden fallen, den Diskurs über Wissenschafts- und Erkenntnistheorie beleben und eine Brücke von den Sozialwissenschaften zur Philosophie schlagen, wie es sich die Autoren in ihrem Schlusswort (S. 204) erhoffen." Axel Schwarz, in: Wissenschaftsrecht, Bd. 47, 1/2014



