Description
Die lateinische Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit wird oft im Zeichen der Antikerezeption verstanden. Dabei wird vergessen, dass diese Literatur und Kultur auch ein eigenes Nachleben entwickelte, das der Moderne vom 19. bis zum 21. Jh. wichtige Impulse gegeben hat. Der vorliegende Band bringt das bisher kaum erforschte Thema der späteren Rezeption neulateinischer Literatur erstmals zu Bewusstsein und bietet damit eine Grundlage für weitere Studien. Er richtet sich an ein interdisziplinäres Publikum, das sich für den Übergang von Früher Neuzeit zur Moderne aus philologischer und kulturgeschichtlichtlicher Perspektive interessiert. Die lateinische Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit wird oft im Zeichen der Antikerezeption verstanden. Dabei wird vergessen, dass diese Literatur und Kultur auch ein eigenes Nachleben entwickelte. Der vorliegende Band bringt das bisher kaum erforschte Thema der späteren Rezeption neulateinischer Literatur erstmals zu Bewusstsein und bietet damit eine Grundlage für weitere Studien. Er richtet sich an ein interdisziplinäres Publikum, das sich für den Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne aus philologischer und kulturgeschichtlicher Perspektive interessiert. Der Schwerpunkt liegt auf volkssprachlichen Rezeptionen nach dem weitgehenden Untergang der lateinischen Literatur und Kultur im 18. Jahrhundert. Die These lautet, dass Themen, Konzepte, Formen und Praktiken, die erstmals in bzw. in Verbindung mit der neulateinischen Literatur auftauchten, auch in der Moderne vom 19. bis zum 21. Jahrhundert eine beachtenswerte Rolle spielen. VorwortMatthias Aumüller: Narrating Games of Chess. M. H. Vida's Scacchia ludus and Its Vernacular ImitationsJulia Jennifer Beine: Die Instrumentalisierung von Barockdramen im Austrofaschismus. Joseph Gregors Bearbeitung von Jakob Bidermanns Cenodoxus (1933)Paul Richard Blum: Nikolaus von Kues in deutscher Übersetzung: Vom Pamphlet über Experiment zur PhilosophieBen Broadbent: Two-Sides of the Same Coin. Neo-Latinity in the New Ancient Greek Poet Jan KresadloAlexia Dedieu: Afterlives of Greek Tragic Heroines. Macaria and Phaedra, from Neo-Latin Scholarship to Literary ArchetypesStefan Feddern: Von den Aeneis-Supplementen des 15. Jahrhunderts zu Le Guins Lavinia-Roman. Praktiken des FortschreibensVasileios Pappas: Erasmus' Stultitiae Laus or Morias Encomium in 19th and 20th-century Greece. The Translations by Kosmas Kokidis (1864) and Stratis Tsirkas (1970)Erin Petrella: On Naming and Knowing Plants: Botanical Latin and the Ideal of Universal IntelligibilityStefano Poletti: Pasolini's Petrolio: "modern Satyricon" and roman-à-clefClemens Schlip: Echte und fiktive Opera Neolatina in modernen Romanen: Joris-Karl Huysmans, À rebours, Gabriele D'Annunzio, Il Piacere, und Evelyn Waugh, Scott King's Modern EuropeGrazyna Urban-Godziek: Neo-Latin Literature as an Intermediary Phase in the Process of Establishing Modern European Genres. The Case of the Lyrical Poetry by Giovanni Pontano and by Jan KochanowskiKristi Viiding: Vom mythologischen Epyllion über die Moskowitengefahr (1564) zur Russenhuldigung (1794): literarische Bildteppiche als Geschichts- und Gegenwartsreflexionen oder ZukunftsvisionenKatharina Worms: Echo - Ein Widerschall der neulateinischen Literatur im deutschen Sprachraum Prof. Dr. Stefan Tilg lehrt Klassische Philologie/Latein an der Universität Freiburg i.Br.Dr. Stefano Poletti ist Assistent der Latinistik an der Universität Freiburg i.Br.



