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Description
Ein Radio kommt, und die Welt wird groß. Seit die beiden Jungs denken können, hat ihre Mutter das Haus in Marokko nicht verlassen. Als Hüterin der Traditionen führt sie leidenschaftliche Gefechte gegen Bügeleisen, Telefon und anderen Schnickschnack. Bis das neue Radio ihr von der wunderlichen Welt da draußen erzählt - und sie sich mit archaischer Wahrhaftigkeit ein anderes Leben erobert.
Seit die beiden Jungs denken können, hat ihre Mutter das Haus in Marokko nicht mehr verlassen. Als Hüterin der Traditionen trimmt sie sie auf anständige Manieren und führt leidenschaftliche Gefechte gegen Bügeleisen, Telefon und anderen modernen Schnickschnack. Bis zu einem Nachmittag im Juli, als ihre Söhne ihr einen sprechenden Kasten ins Zimmer stellen: Blaupunkt steht drauf, und die Stimme darin erzählt ihr von Musik, Theater und Politik. Tag für Tag zaubert das Radio ihre Welt ein Stückchen weiter, und mit der ihr eigenen archaischen Wahrhaftigkeit beginnt sie, sich ein neues Leben zu erobern.
Der Weg dieser marokkanischen Mutter führt aus einer vorindustriellen Welt mitten hinein in die Turbulenzen eines neuen Jahrhunderts - eine zärtliche, augenzwinkernde Hommage an die Freiheit.
Driss Chraïbi, geboren 1926 in El Jadida, Marokko, ging nach dem Abitur nach Paris, um Chemie und Medizin zu studieren. Dann jedoch begann er, sich ganz der Literatur zu widmen. Er unternahm zahlreiche Reisen und arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen: als Ingenieur, Journalist, Nachtwächter und Arabischlehrer. Für sein Werk erhielt er die Auszeichnung »Chevalier des Arts et Lettres«. 2007 starb Driss Chraïbi an seinem Wohnort in Frankreich. Helgard Rost, geboren 1943, war von 1969 bis 1993 Lektorin für romanische und afrikanische Literaturen, Herausgeberin und Übersetzerin in Leipzig. Seit 1994 arbeitet sie in verschiedenen Funktionen in der sächsischen Literaturszene. »Chraïbi beschreibt die Auto-Emanzipation seiner Mutter, die Analphabetin war und sich peu à peu das Wissen angeeignet hat, wie sie zur Feministin werden konnte. Die Figur der Mutter ist so nahbar, dieser Kampf ist so oft geführt worden, nicht nur in der Region, sondern auch darüber hinaus. Diese sehr berührende Geschichte lege ich jeder Person, die Literatur liebt, ans Herz. Der Roman hat mich geprägt. Und er ist auch noch so lustig, man lacht herzhaft an vielen Stellen.« Mohamed Amjahid SWR2


